NewsPolitikDFG fordert mehr Geld für Universitäten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

DFG fordert mehr Geld für Universitäten

Donnerstag, 4. Juli 2013

Berlin – Auf die besondere Bedeutung der Universitäten verwies die Deutsche Forschungs­gemeinschaft (DFG) bei ihrer Jahresversammlung vom 1. bis 3. Juli in Berlin. Gleichzeitig forderte sie für diese eine deutlich bessere finanzielle Grundausstattung. Im Anschluss an die Beratungen stellte die größte Forschungsförderorganisation ihre Positionen zur Zukunft des Wissenschaftssystems in Deutschland heute öffentlich vor. Grundlage ist ein Positionspapier, das vom Präsidium und Vorstand der DFG erarbeitet und mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Bereichen der Wissenschaft sowie den Geldgebern von Bund und Ländern intensiv diskutiert wurde.

„Die Universitäten sind das Herzstück des Wissenschaftssystems und werden es auch in Zukunft bleiben. Für die Leistungsfähigkeit und die Entwicklungsmöglichkeiten von Wissenschaft und Forschung insgesamt ist es daher unabdingbar, dass die Universitäten eine solide, ihren Aufgaben und ihrer Bedeutung angemessene Grundfinanzierung erhalten“, betonte DFG-Präsident Peter Strohschneider bei der Vorstellung des Posi­tions­papiers in Berlin.

Riskante Schieflage
„Wir sind in Deutschland bezüglich der Finanzierung in eine riskante Schieflage geraten. Während die außeruniversitäre Forschung verlässlich, stabil und auskömmlich finanziert ist, stagnieren die von den Ländern getragenen Grundhaushalte der Universitäten oder sinken gar – ungeachtet eines insgesamt wachsenden Budgets für die Wissenschaft.“ Strohschneider sieht darin „eine systematische Fehlentwicklung, die es dringend zu korrigieren gilt.“

Anzeige

Der DFG-Präsident erläuterte, dass die „Erosion der Grundfinanzierung der Universi­täten“ inzwischen auch Auswirkungen auf die Rolle der DFG und ihre Förderarbeit habe: „Unsere Drittmittel substituieren mittlerweile fehlende Grundmittel“, sagte er in Berlin. Das führe dazu, dass die Organisation über immer mehr und teurere Förderanträge entschei­den müsse und trotz kontinuierlicher Etatsteigerungen proportional weniger Anträge bewilligen könne.

Etat von 2,52 Milliarden Euro
Im vergangenen Jahr förderte die DFG mit einem Etat von gut 2,52 Milliarden Euro mehr als 30.900 wissenschaftliche Vorhaben. Davon waren rund 15.000 Projekte in der Einzel­förderung angesiedelt, für die rund 922 Millionen Euro Fördermittel bewilligt wurden. Nach Wissenschaftsbereichen verteilte sich die Bewilligungssumme zu knapp 39 Prozent auf die Lebenswissenschaften, zu rund 24 Prozent auf die Naturwissenschaften, zu 22 Prozent auf die Ingenieurwissenschaften und zu rund 16 Prozent auf die Geistes- und Sozialwissenschaften.

Über die Verbesserung der Grundfinanzierung der Hochschulen hinaus hält die DFG auch künftig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den verschiedenen Formen der Forschung sowie den Einrichtungen und Organisationen für unabdingbar. Das gilt sowohl für das Verhältnis von universitärer und außeruniversitärer Forschung als auch für das von Einzelforschung und Forschungsverbünden sowie für die Komplementarität von erkenntnisgeleiteter Grundlagenforschung und programmorientierter Forschung.

Ihre eigene Rolle und zentrale Aufgabe im Wissenschaftssystem sieht die DFG in der Förderung der erkenntnisgeleiteten wissenschaftlichen Grundlagenforschung an den Universitäten – „auf allen Wissenschaftsgebieten, in allen Phasen des Forschungs­prozesses, in allen Größen und Strukturen und in Kooperation mit allen anderen Forschungseinrichtungen“, so Strohschneider.

Vorschläge zur Fortführung der Exzellenzinitiative
In ihrem Positionspapier skizziert die DFG aber auch Vorschläge zur Fortführung der Förderlinien der Exzellenzinitiative nach dem Auslaufen des Wettbewerbs 2017 und zur künftigen Finanzierung des Wissenschaftssystems. Ihrer Ansicht nach sollten die bisherigen Mittel für die Graduiertenschulen und Exzellenzcluster dauerhaft in das Programmportfolio und den Haushalt der DFG übergehen. So könne das bisherige Förderprogramm für die Graduiertenkollegs ausgebaut, weiterentwickelt und noch stärker forschungsorientiert ausgerichtet werden.

Die Exzellenzcluster sollten nach DFG-Sicht auch künftig in den Universitäten verortet bleiben und bei entsprechender wissenschaftlicher Qualität auch über 2017 hinaus finanziert werden können. Zu diesem Zweck schlägt die DFG vor, sie im Programm­portfolio der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit den DFG-Forschungszentren zusammenzuführen. „Auf diese Weise lassen sich die sehr positiven, aber noch keineswegs abgeschlossenen Effekte der Exzellenzinitiative verstetigen“, betonte Strohschneider. Zudem könne dann die DFG die Universitäten noch effektiver bei ihrer Profilbildung und Schwerpunktsetzung in der strukturierten Graduiertenausbildung und bei der Bündelung wissenschaftlicher Expertise über Fächergrenzen und Organisationsformen hinweg unterstützen.

Im Hinblick auf die künftige Wissenschaftsfinanzierung plädiert die DFG schließlich dafür, die durch die drei großen Sonderprogramme des Bundes und der Länder – Exzellenzinitiative, Hochschulpakt und Pakt für Forschung und Innovation – ausgelöste Entwicklungsdynamik fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Allerdings schlägt sie statt dreier Pakte eine „Rahmenvereinbarung kooperative Wissenschaftsfinanzierung“ zwischen Bund und Ländern vor. © ER/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER