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Ausland

Britischer Gesundheitsdienst: Einwanderer sollen künftig zahlen

Donnerstag, 4. Juli 2013

London – Die britische Regierung will Ausländer künftig für die Nutzung des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) zur Kasse bitten. „Wir haben klar gesagt, dass der NHS ein nationaler und kein internationaler Dienst ist, und ich bin entschlossen, den Missbrauch zu unterbinden“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jeremy Hunt gestern in London.  

Betroffen von dieser Maßnahme wären Bürger, die nicht aus einem Land des Euro­päischen Wirtschaftsraums (EWR) stammen und die sich länger als ein halbes Jahr in Großbritannien aufhalten.

Zudem soll den Migranten künftig kein unentgeltlicher Zugang zu Allgemeinmedizinern mehr gewährt werden. Studenten und Arbeiter müssten den Plänen zufolge eine Gebühr von mindestens 200 Pfund (235 Euro) pro Jahr für den Zugang zum NHS zahlen, wenn sie ein Visum von mehr als sechs Monaten beantragen.   

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Derzeit sei Großbritannien „praktisch das einzige Land der Welt, in dem der Zugang zur medizinischen Erstversorgung vollkommen gratis ist“, sagte Hunt. Die medizinische Versorgung im Notfall und die Behandlung von Geschlechtskrankheiten sollen aber weiterhin unentgeltlich bleiben.

Herkunftsstaaten sollen Kosten erstatten
Die Regierung setzt sich zudem dafür ein, dass der NHS Kosten für die Behandlung von Bürgern aus dem EWR künftig von den Herkunftsstaaten der Patienten zurückfordert. Die von Migranten verursachten Kosten für das NHS konnte der Minister nicht beziffern. Ein Prüfungsbericht soll bis Ende September darüber Aufschluss geben.   

Ärzteverbände und die nationale Aids-Stiftung kritisierten die Pläne und warnten vor einem Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung. Kranke Menschen könnten davon abgehalten werden, sich medizinische Hilfe zu suchen, warnte die Vorsitzende des Verbandes der Allgemeinmediziner, Clare Gerada, im Gespräch mit der BBC.

© afp/aerzteblatt.de

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