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Ärzteschaft

Gemischte Reaktionen auf den neuen Hausarzt-EBM

Donnerstag, 4. Juli 2013

Köln – Die Reform des Hausarztkapitels im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), auf die sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Kranken­kassen am 27. Juni geeinigt haben, trifft auf ein geteiltes Echo bei Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und ärztlichen Verbänden.

Nach Ansicht von Norbert Metke, Vorstandsvorsitzender der KV Baden-Württemberg, führt der neue Hausarzt-EBM zu einem Mehr an Bürokratie und ärztlichen Leistungen ohne adäquate Gegenfinanzierung sowie einem Verlust an Kalkulationssicherheit. Es sei ein strategischer Fehler, dass erneut Geld umverteilt werde, da für neue Leistungen nur in „in marginalem Maß“ neue Mittel zur Verfügung gestellt würden, ergänzte Metkes Vorstandskollege Johannes Fechner.

„Das war der Grund, warum die Vertreter aus Baden-Württemberg sich entschieden gegen den Hausarzt-EBM gewendet haben.“ Allerdings räumten Metke und Fechner ein, dass die finanziellen Auswirkungen der Honorarreform in den baden-württembergischen Praxen nicht gravierend ausfallen dürften.

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Auch der Vorsitzende des Medi-Verbundes, Werner Baumgärtner, kritisierte den neuen EBM. Die Reform schreibe das Kapitel Unterfinanzierung der ambulanten ärztlichen Versorgung fort. Baumgärtner bezeichnete den neuen Hausarzt-EBM als Murks, „weil die Regelleistungsvolumen bleiben – außer für die neuen Leistungen Palliativmedizin und geriatrisches Assessment, die aber quotiert werden, falls zu viel abgerechnet wird“.

Den Befürwortern der Reform, den KVen Thüringen, Sachsen-Anhalt, Westfalen-Lippe und Bayern warf er vor, mit Ihrem Ja zur Umverteilung jede Strategie zu festen Preisen abzuwürgen. Baumgärtners Fazit: Mit dem Kollektivvertrag sei die Zukunft der Praxen nicht zu sichern. Die Alternative für die Kolleginnen und Kollegen sei der „Einstieg in die neue Welt der Selektivverträge“.

Reform der Vergütung für Niedergelassene: Mehr Geld für die Grundversorgung

Eine bessere Honorierung der Haus- und Fachärzte, die täglich viele „Durchschnittspatienten“ versorgen – das wird seit längerem angestrebt. Auf erste Schritte hat sich der Bewertungsausschuss geeinigt. Wie bei jeder Reform gibt es aber auch Kritik.

Derweil verteidigte der Vorstandsvorsitzende der KV Bayerns, Wolfgang Krombholz, sein Ja zum Hausarzt-EBM. Er biete die große Chance, neben den Selektivverträgen auch den Kollektivvertrag weiterzuentwickeln. Ein klarer Vorteil sei die getrennte Weiter­entwicklung der Honoraranteile für Haus- und Fachärzte, weil sie dafür sorge, dass Geld nicht vom einen in den anderen Bereich umverteilt werden könne.

Außerdem trage die Neugestaltung des EBM dazu bei, die Kernkompetenzen des hausärztlichen Versorgungsauftrags zu definieren. Die Änderung schaffe zudem die notwendige Basis, um ab 1. Juli 2014 eine Strukturkomponente zur Bereitstellung technischer Leistungen zu implementieren und damit ohne Hamsterrad die Investition von Geräten in den Hausarztpraxen zu refinanzieren.

Langfristiges Ziel der Honorarreform sei es, die hausärztlichen Grundleistungen extrabudgetär zu vergüten. Mit der vorgesehenen Abkehr von der Pauschalierung sei das mittelfristig erreichbar, erklärte Krombholz. © HK/aerzteblatt.de

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