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Ärzteschaft

Sachsen-Anhalt: Hausarztvertrag mit den Ersatzkassen

Freitag, 5. Juli 2013

Berlin – Versicherte der fünf Ersatzkassen Barmer GEK, DAK-Gesundheit, Kauf­männische Krankenkasse,  Hanseatische Krankenkasse und hkk in Sachsen-Anhalt können sich ab 1. Oktober 2013 im Rahmen eines Hausarztvertrags nach Paragraf 73 b Sozialgesetzbuch V behandeln lassen. Darauf haben der Verband der Ersatzkassen (vdek) und der Hausärzteverband Sachsen-Anhalt hingewiesen. Die Techniker Krankenkasse, die Mitglied im vdek ist, nimmt nicht teil. Sie hat eine eigene Vertrags­lösung gefunden.

Ziel des ersten vdek-Hausarztvertrags in Sachsen-Anhalt ist eine Stärkung der Lotsenfunktion der Hausärzte. „In einer Zeit, in der das Spektrum an Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für die Versicherten immer unübersichtlicher wird, kommt den Hausärzten als Koordinatoren eine noch größere Bedeutung zu“, sagte Ulrike Elsner, vdek-Vorstandsvorsitzende. „Mit dem Hausärzteverband und der beauftragten Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt haben wir Partner gefunden, die unser Ziel einer echten Verbesserung der Versorgung teilen.“

Die Vereinbarung sieht nach Angaben der Vertragspartner unter anderem vor, dass nicht-ärztliche Versorgungsassistentinnen wie zum Beispiel eine VERAH in ganz Sachsen-Anhalt Hausbesuche machen und damit die Praxisinhaber durch Routine­untersuchungen und die Versorgung von Wunden entlasten können. Bislang sind solche Besuche nur in Regionen mit tatsächlicher oder drohender Unterversorgung abrechenbar.

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„Durch diese Vereinbarung wird die unterstützende und arztentlastende Funktion der Versorgungsassistentin landesweit nun auch von den Ersatzkassen gefördert“, betonte Andreas Petri, Vorstandsvorsitzender des Hausärzteverbandes Sachsen-Anhalt.

Außerdem führt der Hausarzt in Absprache mit der Krankenkasse bei Versicherten, die eine große Zahl von Arzneimitteln einnehmen, einen „Medikamentencheck“ durch. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass verordnete Arzneimittel besser aufeinander abgestimmt und unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen vermieden werden.

Hierbei sei der Einsatz der hausärztlichen Leitlinie „Multimedikation“ vorgesehen, die 2012 mit dem vdek-Zukunftspreis ausgezeichnet wurde. Die innerhalb des Hausarzt­vertrages erbrachten Leistungen werden zusätzlich zu den Leistungen der Regel­versorgung von der KV Sachsen-Anhalt abgerechnet. „Parallelstrukturen wie in anderen Regionen werden damit vermieden“, so Petri.

Teilnehmende Hausärzte erhalten pro Quartal für ihren Koordinierungsaufwand fünf Euro Grundpauschale je Behandlungsfall. Für Praxen mit einer nicht-ärztlichen Praxis­assis­tentin wird die Grundpauschale je Quartal um 1,50 Euro erhöht. Hinzu kommt die Honorierung für deren Hausbesuche (12,50 beziehungsweise 17 Euro). Der Medi­kationscheck wird mit 17,50 Euro vergütet.

Die zusätzliche Vergütung wird gemäß der gesetzlichen Vorgaben durch Einsparungen an anderer Stelle finanziert. Nach Angaben der Vertragspartner sollen diese vor allem im Arzneimittelbereich durch den Einsatz eines speziellen Softwaremoduls in den Praxen erzielt werden, das den Hausarzt bei seiner Verordnungstätigkeit unterstützt.

Der Hausärzteverband in Sachsen-Anhalt setzt mit dem vdek seine Vertragspolitik fort. Entgegen der grundsätzlichen Linie des Deutschen Hausärzteverbands (HÄV) akzeptieren Petri und seine Kollegen Add-on-Verträge und binden die KV in die Abrechnung ein.

Bereits im Jahr 2004 startete im Osten ein Vertrag von Hausärzteverband, KV, AOK und IKK-plus. Anfang 2010 verwies Petri darauf, dass man dadurch im Jahr zuvor rund 10 Millionen Euro an zusätzlichem Honorar erwirtschaftet habe. Der Bundesvorsitzende des HÄV, Ulrich Weigeldt, hielt das Vorgehen trotzdem für falsch und die Honorarergebnisse für mangelhaft: Die Abmachungen in Sachsen-Anhalt bezeichnete er im Herbst 2009 als „in Inhalt und Vergütung einfach untragbar“

© Rie/aerzteblatt.de

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