NewsÄrzteschaftKammer Westfalen-Lippe plädiert für neue Zulassungskriterien für das Medizinstudium
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kammer Westfalen-Lippe plädiert für neue Zulassungskriterien für das Medizinstudium

Freitag, 5. Juli 2013

Münster – Erneut hat sich die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) für leichtere Zugangs­bedingungen zum Medizinstudium ausgesprochen. „Wir brauchen Nachwuchs in der Patientenversorgung und müssen deshalb die derzeit zu starke Fokussierung auf die Abiturnote aufgeben. Sozialengagement muss in einem neuen Kriterienkatalog stärker berücksichtigt werden“, forderte Kammerpräsident Theodor Windhorst im Rahmen des Westfälischen Ärztetages. Er begrüßte aktuelle Äußerungen des Generalsekretärs des Medizinischen Fakultätentages Volker Hildebrandt, der sich für ein Bonuspunktesystem bei der Studienplatzvergabe für Medizin stark macht.

Neben dem Numerus clausus sollten nach Ansicht des ÄKWL-Präsidenten andere Kriterien wie bereits abgeschlossene Ausbildungen in Medizinberufen und soziales Engagement viel stärker als bisher berücksichtigt werden. Dabei denkt Windhorst an das Ableisten eines freiwilligen sozialen Jahres oder die Arbeit in Alten-, Pflege- oder Behinderteneinrichtungen.

„Wer seine Empathie für medizinisches Wirken bereits gezeigt hat, soll dann auch davon profitieren, wenn er oder sie sich für ein Medizinstudium entscheidet“, resümierte der Kammerpräsident. Ein reines Assessmentcenter zur Auswahl von Medizinstudenten lehnte Windhorst hingegen ab.

Anzeige

Stattdessen sprach er sich dafür aus, die Universitäten bei der Studienplatzvergabe zu stärken. Bisher würden nur knapp zwei Drittel der neuen Medizinstudenten von den Hochschulen selbst ausgewählt. „Es ist wünschenswert, dass sich die Universitäten dieser Verantwortung stellen“, betonte Windhorst.

Die Chance einer gezielten Studierendenauswahl rechtfertigt seiner Ansicht nach den höheren Aufwand für erweiterte Auswahlgespräche. Denn so könnten Studierende ermittelt werden, „die nach ihrer Ausbildung tatsächlich in der Patientenversorgung arbeiten, statt nach dem Studium sofort in alternative Berufsfelder oder ins Ausland abzuwandern“, erklärte der ÄKWL-Präsident. hil © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #668349
Dr. Jak
am Dienstag, 9. Juli 2013, 09:41

wird wohl auch nichts ändern

Selbst wenn an allen Universitäten das Bonuspunktesystem eingeführt wird, was es eigentlich schon an sehr vielen Universitäten gibt (und weswegen die Forderung auch ein klein bisschen sinnlos ist), würde auch nicht mehr Nachwuchs zur Verfügung stehen. Nicht umsonst gibt es für jedes Wintersenester über 40.000 Bewerber, von denen eine feste Zahl von etwa 9000 angenommen wird. Egal ob es durch das Bonuspunktesystem nun mehr Bewerber gibt oder einfach nur mehr Leute mit Bonuspunkten angenommen werden anstatt Leute ohne Bonuspunkte, so ändert sich doch nichts an der Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze für den Nachwuchs von etwa 9000. Wenn etwas geändert werden soll, dann müsste man dort anfangen. Geschweige denn bessere Arbeitsbedingungen schaffen, um den ausgebildeten Nachwuchs auch in Deutschlnd zu halten.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER