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Medizin

Tuberkulose-Experten misstrauen molekularen Schnelltests

Montag, 8. Juli 2013

Stockholm – Gentests, die Krankheitserreger identifizieren und die Wirksamkeit von Medikamenten vorhersagen können, haben in vielen Bereichen die klassische Mikrobiologie ersetzt. Bei der Diagnose und Resistenzbestimmung der Tuberkulose halten die Experten jedoch an den zeitaufwendigen Standardtests fest, wie aktuelle Empfehlungen des European Reference Laboratory Network for TB zeigen.

Der mikrobiologische Nachweis von Mycobacterium tuberculosis kann Wochen dauern. Molekulare Schnelltests wie der Xpert MTB/RIF liefern innerhalb von 2 Stunden ein Ergebnis – nicht nur zum Erregernachweis, sondern auch zur Frage einzelner Resis­tenzen. Die Tests basieren auf dem Nachweis von Erreger- oder resistenz­spezifischen Genen. Die Tests können allerdings nur dann positiv ausfallen, wenn im Untersuchungs­material die entsprechenden Gene vorhanden sind.

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Die Standardtests, die auf der Vermehrung des Erregers in Zellkulturen setzen, sind hier manchmal noch genauer. So lautet das Fazit einer Expertengruppe um Francis Drobniewski vom Blizard Institute London. Die Autoren sprechen sich keinesfalls gegen die Schnelltests aus, sie lassen aber erkennen, dass diese derzeit die konventionelle Diagnostik nicht ersetzen können.

Dies betrifft sowohl die Diagnose der Infektion als auch den Nachweis von Resistenzen. Die Tests könnten eingesetzt werden, um die Therapie einzuleiten oder bei Resistenzen die geeigneten Medikamente auszuwählen, finden die Experten. Im Hintergrund sollten jedoch weiter die Standardtests durchgeführt werden, um bei einer Abweichung von den Ergebnissen der Standardtests die Therapie zu modifizieren.

Die Experten begründen ihre Entscheidung mit einer Reihe von Daten zur Sensitivität der Schnelltests, die je nach Fragestellung das 100-Prozent-Ziel mehr oder weniger deutlich verfehlten. © rme/aerzteblatt.de

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