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Medizin

Geregelte Bettzeiten fördern kognitive Entwicklung von Kindern

Dienstag, 9. Juli 2013

dpa

London – Unregelmäßige Schlafzeiten können möglicherweise die kognitive Entwicklung von Kindern stören. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Kohortenstudie im Journal of Epidemiology and Community Health (2013; doi: 10.1136/jech-2012-202024), die aber andere Erklärungen nicht ganz auszuschließen vermag.

Hirnforscher schreiben dem Schlaf eine wichtige Aufgabe in der Entwicklung des Gehirns zu. Während der nächtlichen Ruhezeiten werden die Erfahrungen des Tages verarbeitet und Erlebnisse im Langzeitgedächtnis abgespeichert. Unregelmäßige Bettzeiten oder sogar ein Schlafmangel könnten deshalb die intellektuelle Entwicklung der Kinder stören, so die Theorie, die das Team um Amanda Sacker anhand der UK Millennium Cohort Study untersucht hat.

Die Kohorte umfasst eine Gruppe von 11.000 Kindern, die seit ihrer Geburt zwischen 2000 und Januar 2002 regelmäßig untersucht wurden. Bei den Umfragen und Haus­besuchen im Alter von 3, 5 und 7 Jahren wurden die Mütter auch nach den Schlafzeiten der Kinder befragt. Sacker setzte die Ergebnisse mit den Leistungen der Kinder in Intelligenztests in Beziehung, die im Alter von 7 Jahren durchgeführt wurden.

Dabei zeigte sich, dass Mädchen, die im Alter von 7 Jahren keine festen Schlafzeiten einhielten, in den Tests zur Lese- und Rechenkompetenz sowie zum räumlichen Zahlenverständnis schlechter abschnitten als ihre Klassenkameradinnen mit einem regelmäßigen Schlafrhythmus. Bei Jungen war kein Einfluss erkennbar. Auch das Schlafverhalten im Alter von 5 Jahren war – weder bei Jungen noch bei Mädchen – mit schlechteren Testergebnissen im Alter von 7 Jahren assoziiert.

Ein deutlicher Effekt war jedoch bei unregelmäßigen Schlafzeiten im Alter von 3 Jahren erkennbar. Die schlechtesten Ergebnisse erzielen Kinder, deren Mütter bei allen drei Befragungen unregelmäßige Schlafzeiten der Kinder angegeben hatten. Sacker sieht hier eine kumulative Wirkung, die im Sinne einer Dosis-Wirkungsbeziehung die Kausalität der regelmäßigen Schlafzeiten für die kognitive Entwicklung unterstreicht.

Das Fehlen von Regeln könnte jedoch auch ein Marker für andere Erziehungsprobleme der Eltern sein, die in einem sozial schwachen Umfeld häufiger beobachtet werden. Diese Eltern können ihren Kindern möglicherweise auch auf anderen Gebieten nicht die für eine normale kognitive Entwicklung notwendigen Anreize geben. © rme/aerzteblatt.de

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