NewsHochschulenSachsen-Anhalt: Regierungsfraktionen stützen Unikliniken in Spardebatte
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Sachsen-Anhalt: Regierungsfraktionen stützen Unikliniken in Spardebatte

Mittwoch, 10. Juli 2013

Magdeburg – In der Diskussion um Einsparmöglichkeiten in Sachsen-Anhalt haben die Hochschulen breite Unterstützung von den beiden Regierungsfraktionen erhalten. Der Landtag verabschiedete heute mit den Stimmen von CDU und SPD einen Beschluss, wonach die beiden Uniklinik-Standorte in Halle und Magdeburg beibehalten und die Zahl der Studenten im Land nicht aus Kostengründen gesenkt werden soll. Konkrete Sparziele werden in dem Beschluss nicht genannt.

Die CDU/SPD-Regierung unter Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte dagegen das Ziel ausgegeben, von 2015 an jährlich fünf Millionen Euro bei den Hochschulen zu kürzen, um im Jahr 2025 auf 50 Millionen Euro Einsparsumme zu kommen. Finanz­minister Jens Bullerjahn (SPD) hatte sogar argumentiert, er halte gleich zwei Unikliniken für ein relativ kleines Bundesland für zu teurer. Zugleich hatte Bullerjahn aber erklärt, er respektiere die Mehrheitsentscheidung seiner Fraktion, beide Standorte zu erhalten.

Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) kündigte an, seine Vorschläge zur Zukunft der Hochschulen bis zum Jahresende vorzustellen. Zunächst müsse das Gutachten des Wissenschaftsrates ausgewertet werden, sagte Möllring. Zudem wolle er weiterhin ohne Öffentlichkeit mit den Rektoren und weiteren Vertretern der Unis über deren Zukunft verhandeln.

Anzeige

Die öffentliche Debatte über Einsparungen sei schädlich für die Hochschulen. Die Unis müssten ein Aushängeschild des Landes sein. In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit laut dem Statistischen Landesamt rund 55.000 Studenten. Die Zahl könnte in den kommenden Jahren wegen des demografischen Wandels sinken.

Die Opposition kritisierte die Hochschulpolitik des Landes. Das bislang als Entwurf vorliegende Gutachten des Wissenschaftsrates sei eine „Klatsche“ für die Landesre­gierung, sagte Linken-Fraktionschef Wulf Gallert. Es stütze die Einsparpläne der Landesregierung nicht, obwohl es sich um ein Gutachten im Auftrag der Regierung handele.

Die Grünen-Fraktionschefin Claudia Dalbert sagte, wer das Profil der Hochschulen schärfen wolle, dürfe das Budget in keinem Fall in den nächsten fünf Jahren reduzieren. Das gemeinsame Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium verfügt in diesem Jahr für den Bereich Wissenschaft über 730 Millionen Euro.

An diesem Freitag will der Wissenschaftsrat in Braunschweig sein Gutachten zur Hochschullandschaft in Sachsen-Anhalt beschließen. Der bislang bekannte Entwurf des Gutachtens war von einem Ausschuss erstellt worden und könnte bis zur Verab­schiedung noch geändert werden.

Es hatte deutliche Kritik an der Hochschullandschaft geäußert und vorgeschlagen, einen Teil der Medizinerausbildung von Halle in andere Städte zu verlagern. Mögliche Einsparungen an den Hochschulen hatten in den vergangenen Monaten wiederholt zu größeren Demonstrationen in Halle und Magdeburg geführt. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #105991
pehrl
am Donnerstag, 11. Juli 2013, 19:42

Keine Substanz

Das bleibt eine reine Luftdebatte, so lange nicht definiert wird, wo man das Geld hernehmen will. Entweder hat man es übrig oder man muss es an anderer Stelle einsparen. Warum wird das nicht gesagt?
LNS

Nachrichten zum Thema

9. Juli 2020
Magdeburg – Nach dem drohenden Scheitern der Tarifverhandlungen beim Krankenhausbetreiber Ameos in Sachsen-Anhalt haben die Landtagsfraktionen den Gesundheitskonzern für sein Verhalten kritisiert.
Landtag kritisiert Ameos wegen Tarifstreits
7. Juli 2020
Oldenburg/Hannover – Der Oberbürgermeister und die Universität der Stadt Oldenburg haben mit völligem Unverständnis auf die Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung reagiert, im Etatentwurf
Unimedizin Oldenburg: Neubau nicht im Etatentwurf berücksichtigt
1. Juli 2020
Frankfurt am Main – Der Marburger Bund (MB) und das Land Hessen haben sich nach langen und zähen Verhandlungen auf einen Tarifabschluss für die rund 2.200 Ärzte an den drei hessischen
Einigung bei Tarifgesprächen für hessische Universitätskliniken
29. Juni 2020
Rostock – Christian Schmidt ist nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens nach Vorwürfen um zweifelhafte Geschäftspraktiken heute wieder zum Vorstandsvorsitzenden der Universitätsmedizin Rostock
Schmidt wieder Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Rostock
29. Juni 2020
Hamburg – Nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2019 rechnet das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in diesem Jahr mit einem wirtschaftlichen Einbruch. Aufgrund fehlender
Uniklinikum Hamburg-Eppendorf droht Fehlbetrag
29. Juni 2020
Berlin – Die Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG) der Charité – Universitätsmedizin Berlin unterstützt in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
Charité-Team hilft bei Coronaausbruch in Lateinamerika
24. Juni 2020
Göttingen – Neue Behandlungs- und Screeningstrategien für Vorhofflimmern, das durch Veränderungen im Skelett von Herzmuskelzellen hervorgerufen wird, suchen Wissenschaftler aus Göttingen und Amsterdam
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER