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Politik

Jedes zweite Krankenhaus in Baden-Württemberg schreibt rote Zahlen

Donnerstag, 11. Juli 2013

Stuttgart – Fast die Hälfte aller Krankenhäuser im Land (49,3 Prozent) rechnet für dieses Jahr mit einem negativen Jahresabschluss. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), die heute in Stuttgart vorgestellt wurde. „Die schlechte finanzielle Situation der Gesundheitseinrichtung im Land hat sich in 2012 verfestigt“, sagte der wiedergewählte BWKG-Vorstand Thomas Reumann.

Gelinde Abhilfe schaffen soll die nun beschlossene Finanzhilfe des Bundes in Höhe von 50 Millionen Euro. Diese Nothilfe sei ein tragbarer Kompromiss, sagte Reumann. „Entscheidend ist, dass ein großer Teil der Hilfen in Form eines festen Zuschlags noch im August oder September direkt bei den Krankenhäusern ankommt.“

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Die BWKG fordert eine Finanzierung der Investitionskosten der Krankenhäuser durch das Land. Darauf hätten die Kliniken einen Rechtsanspruch, betonte Reumann. Zudem müsse ein bedarfsgerecht und wirtschaftlich arbeitendes Krankenhaus auch ohne zusätzliche Fälle in der Lage sein, die Betriebskosten zu decken.

Die von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg geforderte Zentrali­sierung der Versorgung auf leistungsstarke und wirtschaftliche Krankenhäuser lehnte Thomas Reumann ab. In Baden-Württemberg herrsche jetzt schon die niedrigste Bettendichte, die Häuser arbeiteten sehr effizient. „Der Prozess der Zentralisierung ist schon vollzogen, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht”, sagte er. Eine Zentralisierung sei aber kein Allheilmittel.

Das sieht die AOK Baden-Württemberg etwas anders. Beim Blick auf die hoch spezialisierten Leistungen käme man automatisch auf die Forderung nach mehr Zentralisierung. „Je 100 000 Einwohner gibt es im Bundesvergleich die wenigsten Krankenhausfälle. Allein schon aus diesem Grund werden im Land weniger Betten als in anderen Bundesländern benötigt”, sagte ein AOK-Sprecher. Die Kosten der Krankenhausbehandlung seien in Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich hoch.

Die 1953 gegründete BWKG ist ein Zusammenschluss von 420 Trägern mit knapp 800 Krankenhäusern sowie Pflege-, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen.

© dpa/aerzteblatt.de

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