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Krankenkassen-Studie kritisiert Mängel bei der Versorgung von Osteoporose-Kranken

Donnerstag, 11. Juli 2013

Hamburg – Mängel bei der medizinischen Versorgung von Osteoporose-Kranken sieht eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) und des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES). Danach bekommen 60 Prozent der Erkrankten trotz eines Bruchs keine Medikamente zur Stabilisierung des Knochens.

Sogar bei Osteoporosefällen mit sieben und mehr Knochenbrüchen erhalten 42 Prozent der Versicherten die Medikamente laut der Studie nicht. „Warum das nicht schon bisher geschieht, lässt sich anhand der ausgewerteten Daten nicht beurteilen. Dieser Frage müssen wir noch mit weiteren Untersuchungen auf den Grund gehen“, sagte Studienleiter Roland Linder vom WINEG.

Die Leiterin des Osteologischen Schwerpunktzentrums Jena, Gabriele Lehmann, sagte dem Deutschen Ärzteblatt, es sei denkbar, dass Patienten nicht die erforderlichen Medikamente erhielten, weil sie nicht bei einem Osteologen in Betreuung seien. Nicht immer ständen ausreichend Spezialisten zur Verfügung. Auch die Fortverordnung von Medikamenten könne daran scheitern.

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Therapietreue oft schlecht
Andererseits sei es denkbar, dass Patienten, die feststellten, dass sie das entsprechende Medikament nicht vertragen, es absetzten, ohne sich um einen Ersatz zu bemühen. Die Therapietreue bei osteologischen Medikamenten sei generell nicht sehr gut. Bei Frakturen hinge es oft vom Maß der dadurch verursachten Schmerzen ab, ob ein Patient sich um eine medikamentöse Behandlung bemühe, so Lehmann.

Studienleiter Linder äußerte bei der Veröffentlichung seiner Ergebnisse, bei vielen der 6,3 Millionen Osteoporosekranken in Deutschland könnten die Medikamente Knochenbrüche vermeiden. Diese Medikamente gebe es bereits ab etwa 20 Euro im Monat. Erleide ein Patient zwei oder mehr Frakturen, stiegen die mittleren Behandlungskosten dagegen von 342 Euro auf 2.219 Euro im Jahr.

Für die Studie haben WINEG und IGES Abrechnungsdaten der Techniker Krankenkasse aus den Jahren 2006 bis 2009 analysiert. © hil/aerzteblatt.de

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