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Wissenschaftsrat fordert harte Einschnitte für Fakultät in Halle

Freitag, 12. Juli 2013

Medizinstudiernde sitzen einem Hörsaal des Institutes fuer Anatomie und Zellbiologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg dpa

Köln – Ein heute vom Wissenschaftsrat (WR) beschlossenes Gutachten sieht deutliche Einschnitte für die Universitätsmedizin in Halle vor. Demnach würde der Standort zwar erhalten bleiben. Der vorklinische Studienabschnitt soll aber nach Magdeburg verlagert werden. Offiziell vorgelegt wird das Gutachten am Montag.

Neben dem vorklinischen Studienabschnitt kritisiert der WR vor allem die Qualität der Forschung. Die von der Fakultät benannten Profilbereiche erfüllen aus Sicht des WR nicht die Kriterien für Forschungsschwerpunkte. Der WR hatte bereits 2009 in einem Gutachten bemängelt, Halle habe kein klares wissenschaftliches Profil. Gelobt werden hingegen die Entwicklungen in der klinisch-praktischen Ausbildung.

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Das Universitätsklinikum in Halle reagierte mit Unverständnis. „Die vorgeschlagenen Strukturmaßnahmen würden das Aus der Universitätsmedizin Halle bedeuten und damit die positiv bewerteten Bereiche zerstören“, heißt es in einer Erklärung. Die Vollfakultät müsse erhalten werden. „Die Universitätsmedizin Halle hat Entwicklungspotenzial und fordert dafür die notwendige Entwicklungszeit sowie eine faire Chance.“

Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) sagte, die Empfehlungen des Wissen­schaftsrats seien ein Ansatz, Halle nicht nur zu halten, sondern auch zu stärken. Er kündigte zugleich intensive Beratungen darüber an, ob Magdeburg statt bislang 200 künftig 400 Studienanfänger aufnehmen kann.

Bis zum Jahresende wolle er Vorschläge zur Zukunft der Hochschulen im Land vorstellen, kündigte Möllring am 10. Juli im Landtag in Magdeburg an. „Die Landesregierung will keine medizinische Fakultät schließen“, sagte der Minister. Die Unis müssten aber ein Aushängeschild des Landes sein. Zudem müsse auch die Finanzlage berücksichtigt werden. „Ab sechs weiß man ja, dass es den Weihnachtmann nicht mehr gibt.“ Ein kleines Land wie Sachsen-Anhalt könne nicht auf allen Hochzeiten mittanzen.

Der Landtag fasste unterdessen auf seiner Sitzung am 10. Juli einen Beschluss zur Zukunft der Hochschulmedizin (Drucksache 6/2252). Darin heißt es: „Im Bereich der hochschulmedizinischen Ausbildung wird keine Hochschuleinrichtung komplett zur Disposition gestellt; die hochschulmedizinische Ausbildung wird an den Standorten Halle und Magdeburg fortgesetzt.“

Die Fraktion der Linken konnte sich mit einem Änderungsantrag nicht durchsetzten, in dem explizit die Rede davon war, klinische und vorklinische Ausbildung an beiden Standorten zu sichern. © BH/dpa/aerzteblatt.de

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