NewsÄrzteschaftBayern: Streit um Wirtschaft­lichkeitsprüfungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bayern: Streit um Wirtschaft­lichkeitsprüfungen

Freitag, 12. Juli 2013

München – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) hat die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern für ihre Aussagen zu den Arzneimittelprüfungen kritisiert. Diese seien „unsachlich und geradezu zynisch", so der KVB-Vorstand.

Hintergrund ist eine Pressemitteilung der Krankrankenkassenverbände, in der sie die Regressgefahr bei Arzneimittelverordnungen als minimal bezeichnen. Demzufolge seien 2012 nur knapp ein Prozent der niedergelassenen Ärzte in Bayern von Regress­zahlungen bei Arzneimittelverordnungen betroffen gewesen. In diesem Zusammenhang bezeichnete die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern die „übertriebene Darstellung des Gefahrenpotenzials der Regresse“ durch die KVB als pure Polemik.

Aus Sicht des Vorstands der KVB sorge allein schon die Nachricht, dass gegen eine Praxis auf Antrag einer oder mehrerer Krankenkassen ein Prüfverfahren eröffnet wurde, bei den betroffenen Ärzten für Stress und große Sorgen. Im weiteren Verlauf des Prüfverfahrens müssten die Ärzte sich dann mit aufwendigen, zeitraubenden und lückenlosen Dokumentationen rechtfertigen, um mögliche Strafzahlungen zu vermeiden – und das, obwohl sie keinen Schaden verursacht oder sich bereichert, sondern lediglich ihren Patienten die für sie notwendigen Arzneimittel verordnet hatten.

Anzeige

„Die Presseinformation der Krankenkassenverbände zeigt ganz klar, dass sie gar keinen Sinn darin sehen, eine sachgerechte, faire Prüfung durchzuführen“, erklärten die KVB-Vorstände Wolfgang Krombholz, Pedro Schmelz und Ilka Enger. Sie bedrohten vielmehr alle Ärzte mit dem permanenten Damoklesschwert einer Rückforderung für angeblich unwirtschaftliche Verordnungen.

„Dass sie damit den Nachwuchs von einer Niederlassung in eigener Praxis abschrecken, wird von den Kassenfunktionären offensichtlich billigend in Kauf genommen“, so die Vorstände. Leidtragende dieser Entwicklung seien letztendlich die Patienten, denen es zunehmend schwerer falle, Ärzte zu finden, die ihnen noch ohne Angst vor aufwendigen Prüfverfahren und teuren Regressen ihre benötigten Medikamente zu verschreiben. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juli 2020
Berlin – Niedergelassene Ärzte erhalten voraussichtlich erst ab Oktober strukturierte Informationen zur frühen Nutzenbewertung in ihrer Arzneimittelverordnungssoftware. Darauf weist die
Arztinformationssystem: Frühe Nutzenbewertung erst ab Oktober
18. Juni 2020
Berlin – Die Zahl der Regresse in Deutschland ist tendenziell rückläufig. Das zeigt eine Abfrage des Deutschen Ärzteblatts in den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Zudem variiert die Art der
Große regionale Unterschiede bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen
17. Juni 2020
Berlin – Eine Handlungsempfehlung zur Arzneimittelverordnung hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) herausgegeben. Unter dem Titel „Gute Verordnungspraxis in der Arzneimitteltherapie“ soll
Handlungsempfehlung zur Arzneimittelverordnung
9. Juni 2020
Köln – Der Opioidabsatz in der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) ist in den Jahren 2011 bis 2018 geringfügig zurückgegangen. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Institutes der PKV (WIP).
Opioidabsatz für Privatversicherte leicht gesunken
7. Mai 2020
Berlin – Ärzte müssen im Fall eines Arznei- oder Heilmittelregresses in der Regel nicht mehr für die gesamten Kosten einer unwirtschaftlichen Verordnung aufkommen, sondern nur den Mehrpreis erstatten.
Entlastungen für Ärzte bei Wirtschaftlichkeitsprüfung
6. Mai 2020
Berlin – Der Petitionsausschuss des Bundestags unterstützt die Forderung nach einer längeren Gültigkeitsdauer von Heilmittelverordnungen. Der Petent hatte in seiner Eingabe die aktuellen Fristen, die
Heilmittelverordnungen: Petitionsausschuss für längere Gültigkeit
16. März 2020
Essen – Eine gesetzliche Krankenkasse muss nicht die Kosten für das pro Dosis zwei Millionen Euro teure Gentherapie-Medikament Zolgensma übernehmen. Dies hat das nordrhein-westfälische
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER