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Vermischtes

Hundehautwurm erstmals in deutschen Stechmücken gefunden

Freitag, 12. Juli 2013

Hamburg – Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) haben erstmals in Deutschland Larven des Hundehautwurms Dirofilaria repens in Stechmücken nachgewiesen. Dem Institut zufolge war dieser Parasit bislang in Zentraleuropa nicht heimisch. Ursachen für seine Etablierung könnten die Klimaveränderung und die Einfuhr infizierter Hunde aus Südeuropa sein, so die Wissenschaftler.

Hauptträger dieser Würmer sind – wie der Name schon sagt – Hunde. In seltenen Fällen übertragen Stechmücken die Infektion auch auf den Menschen. Laut BNI sind aber noch keine in Deutschland erworbenen Infektionen beim Menschen bekannt geworden.

Eine interdisziplinäre BNI-Forschungsgruppe sammelte in den letzten zwei Jahren rund 75.000 Stechmücken an 55 Fangorten in neun deutschen Bundesländern. Die Wissen­schaftler klassifizierten die Mücken und untersuchten diese anschließend auf Parasiten. In drei Stechmückenarten aus Brandenburg identifizierten sie wiederholt Dirofilaria repens . „Es ist das erste Mal, dass in Deutschland im großen Maßstab Stechmücken auf Parasiten untersucht werden“, sagte Egbert Tannich, Leiter der Abteilung für Molekulare Parasitologie am BNI und Koordinator des Mückenprojekts.

Die Dauer der Entwicklung infektionstüchtiger Larven in den Stechmücken ist tempe­ratur­abhängig und liegt zwischen zehn und 30 Tagen. Da Stechmücken durchschnittlich weniger als 30 Tage leben, galt Deutschland bislang aufgrund der klimatischen Bedin­gungen als nicht gefährdete Region. „In unserem Institut wurden in den letzten Jahren etwa 30 Fälle dieser Fadenwurm-Infektion beim Menschen nachgewiesen – alle Fälle standen im Zusammenhang mit Auslandsreisen“, erläuterte Tannich.

Neuere Klimaprojektionen hätten aber ergeben, dass auch in Deutschland zumindest in den Sommermonaten Juli und August eine Entwicklung von Larven in den Stechmücken in ausreichend kurzer Zeit gegeben ist. Tannich: „Da wir den Parasiten in zwei aufeinan­derfolgenden Jahren gefunden haben, liegt der Verdacht nahe, dass zumindest in Brandenburg bereits eine stabile Übertragung stattfindet.“

Umso wichtiger sei es, dass Tierärzte möglichst viele infizierte Hunde identifizieren, um sie entsprechend zu behandeln und so eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, betonte der Wissenschaftler. Denn unbehandelte Hunde können den Parasiten bis zu sieben Jahre in sich tragen.

Laut BNI erreichen die Würmer in der Regel nach Übertragung auf den Menschen nicht die Geschlechtsreife und sterben spontan ab. Ärzte diagnostizieren meist nur wandernde Schwellungen und Knotenbildung an der Haut oder finden frühe Parasitenstadien am Auge, die dann operiert werden müssen. Bei hoher Infektionslast mit Entwicklung zur Geschlechtsreife und Larvenbildung kann es in seltenen Einzelfällen aber auch zur Hirnhautentzündung kommen. © hil/aerzteblatt.de

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