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Politik

Ruf nach Impfpflicht gegen Masern wird lauter

Montag, 15. Juli 2013

dpa

Berlin – Nach den zahlreichen Masern-Fällen in den vergangenen Jahren wird in der Politik der Ruf nach einer Impfpflicht immer lauter.  „Grundsätzlich sollten nur Kinder, die geimpft sind, Kitas, Kindergärten oder Schulen besuchen dürfen“, sagte der gesund­heitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Denn sonst gefährdeten sie andere Kinder, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.  

„Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht ist eine Impfpflicht das einzig Sinnvolle“,  sagte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery, dem Hamburger Nach­richtenmagazin Spiegel. „Bei Masern handelt es sich um eine hochansteckende Erkrankung mit hohem Gefahren­potenzial für die nichtgeimpfte Bevölkerung. Daher wäre es gut, wenn alle Kinder geimpft wären.“ Allerdings sei eine Impfpflicht in Deutschland gesellschaftspolitisch schwer durchzusetzen.  

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) hatte eine Impfpflicht ins Gespräch gebracht, nachdem im ersten Halbjahr 2013 mehr als 900 Masernfälle in Deutschland gemeldet worden waren. Im neuen Spiegel sprach er nun auch von anderen Maßnah­men gegen die Ausbreitung der Krankheit.

Ein Pro und Contra zur Impfpflicht

Köln – Angesichts der dramatisch hohen Zahl von Masernerkrankungen in Deutschland hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) eine mögliche Impfpflicht für Kinder ins Gespräch gebracht. „Es ist verantwortungslos, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen”, hatte Bahr der Bild-Zeitung gesagt. Ein Pro und Contra zur Impfflicht.

So prüften seine Beamten, ob nichtgeimpfte Schüler bei einem Ausbruch der Erkrankung in ihrer Schule befristet vom Unterricht ausgeschlossen werden können. Bisher gibt es diese Möglichkeit demnach nur für erkrankte Kinder.  Es würden Änderungen des Infektionsschutzgesetzes in Betracht gezogen, bestätigte ein Ministeriumssprecher am Sonntag.

Außerdem erwägt Bahr, die Gesundheitsämter zu verpflichten, künftig schon bei der Aufnahme eines Kindes in den Kindergarten den Impfstatus abzufragen. Derzeit geschieht dies zu Schulbeginn. Allerdings könnten beide Maßnahmen erst nach der Wahl vom Bundestag verabschiedet werden. 

Der Obmann der FDP im Gesundheitsausschuss, Jens Ackermann, sagte der FAS, eine Impfpflicht sei nicht durchsetzbar. „Sollen Eltern, die sich gegen die Impfung ihrer Kinder weigern, ins Gefängnis?“ Das sei „Unsinn“, sagte Ackermann der FAS. Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Jan Leidel, wertete eine Impfpflicht bei Masern als kontraproduktiv. Wichtiger seien Aufklärung und Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten, sagte er dem Blatt.  

Einer aktuellen Umfrage zufolge gibt es viel Unterstützung für eine Impfpflicht: 80 Prozent der Befragten sprachen sich für eine solche Regelung aus, teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit mit, die die repräsentative Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben hatte.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat das feste Ziel, die Masern bald auszurotten. Dabei steht Deutschland noch nicht optimal da. Allein im ersten Halbjahr 2013 wurden dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 1070 Fälle gemeldet, der Großteil davon in Bayern (478) und Berlin (400). © afp/dpa/aerzteblatt.de

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RicoT
am Mittwoch, 17. Juli 2013, 09:49

Längst überfällig

Wie schön zu lesen, dass es nun auch in der Politik angekommen zu sein scheint, dass es sich bei Masern nicht "mehr" um eine vermeintlich harmlose Kinderkrankheit handelt.
Seit wie vielen Jahren kämpft die Ärzteschaft nun um Aufklärung und stößt bei Eltern immer wieder auf das selbe Unverständnis?
Den "Erfolg" sieht man daran, dass alleine in diesem Jahr schon über 1000 Fälle beim Robert-Koch-Institut gemeldet wurden.
Ich für meinen Teil bin jedenfalls sehr gespannt darauf, wie diese "Aufklärungskampagnen" wohl aussehen werden.

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