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Medizin

Chromosomenanomalien erhöhen das Krebsrisiko von Typ-2-Diabetikern

Montag, 15. Juli 2013

London – Patienten mit Diabetes Typ 2 weisen häufiger Chromosomenanomalien auf, die das Krebsrisiko erhöhen. Dies berichten Forscher am Imperial College London und des Zentrums für Nationale Forschung in Frankreich. Die Wissenschaftler um Philippe Froguel veröffentlichten ihre Ergebnisse in Nature Genetics (http://dx.doi.org/10.1038/ng.2700).

Typ 2 Diabetiker erkranken häufiger an Krebs. Für das kolorektale Karzinom ist das Erkrankungsrisiko um 30 Prozent erhöht. Auch andere Krebsarten treten häufiger bei Typ 2 Diabetikern auf. Sogenannte Clonal Mosaic Events (CME) könnten laut der Studie ein Grund dafür sein. Bei CMEs handelt es sich um Chromosomenanomalien, die mit einer Vervielfachung, Deletion oder Ansammlung größerer DNA-Mengen einhergehen. CMEs treten gehäuft im Alter auf. Bereits in früheren Studien wurde solche Chromo­somenanomalien mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht.

Die Forscher untersuchten für ihre Studie Blutproben von 7.659 europäischen Proban­den, darunter 2.028 Typ 2 Diabetiker, auf das Auftreten von CMEs. Die Chromoso­menanomalien waren 5,3mal häufiger bei Typ-2-Diabetikern nachweisbar. Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang bei normal gewichtigen Patienten (odds ratio= 5,6).

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In einem Beobachtungszeitraum von sechs Jahren traten gehäuft abnormale Zellen bei den CME-Trägern auf. Weiterhin hatten Diabetiker mit den Chromosomenschäden wesent­lich häufiger vaskuläre Erkrankungen. 71,4 Prozent der Risikopatienten hatten vaskulären Komplikationen, während Diabetiker ohne CMEs diese nur in 37,1 Prozent der Fälle aufwiesen.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die beschleunigte Zellalterung beim Diabetes für das Auftreten der CMEs verantwortlich ist. Dies könnte nach Meinung der Forscher ein Grund für die erhöhte Leukämiehäufigkeit bei Diabetikern sein.

Laut der Arbeitsgruppe könnte der Nachweis von CMEs ein Mittel sein, um Risiko­patienten zu identifizieren. Diese Patienten könnten dann von einer verstärkten Prävention profitieren. © hil/aerzteblatt.de

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