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Millionenbetrug mit HIV-Präparaten: Anklage gegen Pharmahändler

Donnerstag, 18. Juli 2013

Hamburg – Die Staatsanwaltschaft Flensburg hat gegen einen Pharmahändler aus Norddeutschland wegen gewerbsmäßigen Betrugs und schwerer Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz Anklage erhoben. Dem 70-Jährigen werden 26 Delikte zur Last gelegt, wie NDR Info am Donnerstag in Hamburg berichtete. Ebenso seien die Ehefrau und ein Angestellter des Pharmahändlers angeklagt. Ihnen wirft die Behörde Geldwäsche in 24 Fällen beziehungsweise Beihilfe vor.

Der Haupttäter soll sich HIV-Präparate beschafft haben, die für die Behandlung von Patienten in Südafrika vorgesehen waren. Die Medikamente soll er 2008 und 2009 über die Schweiz und Belgien nach Deutschland reimportiert, neu verpackt und unter anderem an Apotheker weiterverkauft haben. Den Gewinn von mindestens drei Millionen Euro soll die Ehefrau von einem geschäftlich genutzten auf ein privates Konto transferiert haben. Allein von dem HIV-Medikament „Combivir“ seien laut Senderinformationen offenbar 5.000 Packungen wieder in die Bundesrepublik gelangt.

Der Skandal war im Februar 2011 durch Berichte von NDR Info bekannt geworden, wie es hieß. Seinen Ursprung hatte er im August 2009 in einer Apotheke im niedersächsischen Delmenhorst, wo ein HIV-Patient in einer „Combivir“-Packung eine leere Sichtverpackung des Präparats entdeckt hatte. Der Münchener Hersteller GlaxoSmithKline stellte daraufhin fest, dass sowohl der Blister als auch der Beipackzettel gefälscht waren. Er rief daraufhin eine Charge des Medikamentes zurück. Nach jüngsten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft enthielt die Ware den Original-Wirkstoff.

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Bei anschließenden Durchsuchungen mehrerer Privat- und Geschäftsräume auf Sylt und in Hamburg stellte das Bundeskriminalamt außerdem noch 450 Packungen des gefälschten Medikaments „Trizivir“ sicher. Wann der Prozess am Landgericht Flensburg beginnt, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Flensburg noch offen. Bei Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz drohen bis zu zehn Jahre Haft. © hil/aerzteblatt.de

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