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Politik

Prüfbericht zu Lebertrans­plantationen soll Anfang September vorliegen

Freitag, 19. Juli 2013

dpa

Berlin – Die Überprüfung der Leber-Transplantationszentren in Deutschland im Zuge des Organspendeskandals steht vor dem Abschluss. Voraussichtlich Anfang September werde der vollständige Prüfbericht vorliegen, wie die Geschäftsstelle Transplantations­medizin der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) am Freitag in Berlin mitteilte. Bislang fehlten unter anderem noch die Berichte für die Transplantationszentren in Essen und Münster.

Seit September vergangenen Jahres kontrolliert die Unabhängige Prüf- und Überwachungskommission der BÄK, der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem GKV-Spitzenverband alle Leber­trans­plan­tations­pro­gramme in Deutschland. Auslöser war der Skandal um manipulierte Organtransplantationen am Uniklinikum Göttingen sowie an Kliniken in Regensburg, München und Leipzig. In der Folge brachen die Spenderzahlen in Deutschland dramatisch ein.

Die Transplantationen der Jahre 2010 und 2011 wurden demnach stichprobenartig geprüft. Bei Auffälligkeiten wurden die Prüfungen auf alle Transplantationen und einen größeren Zeitraum ausgeweitet. Nach den Leberzentren sollen auch die Herz- und Nieren-Transplantationsprogramme von der Expertenkommission überprüft werden. Künftig sollen alle Zentren mit ihren rund 140 Transplantationsprogrammen mindestens einmal binnen drei Jahren unter die Lupe genommen werden.

Wegen der Manipulationsvorwürfe muss sich ab 19. August ein ehemaliger Transplanta­tions­mediziner des Uniklinikums Göttingen vor Gericht verantworten. Dem früheren Oberarzt, der in Untersuchungshaft sitzt, wird versuchter Totschlag in elf Fällen sowie Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen zur Last gelegt. Laut Anklage wurden Patienten unter anderem mit falschen Angaben auf die Warteliste für eine Spenderleber aufgenommen. Sie rückten dadurch so weit nach oben, dass ihnen innerhalb kürzester Zeit ein Spenderorgan zugewiesen und transplantiert wurde. In Deutschland warten derzeit rund 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. © rme/aerzteblatt.de

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