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Politik

AOK Nordost berät Versicherte bei Wahl eines Krankenhauses

Freitag, 19. Juli 2013

Berlin – Die AOK Nordost berät ihre Versicherten künftig auf deren Wunsch bei der Wahl eines Krankenhauses. Mit Hilfe des Verfahrens zur Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR-Verfahren) benennen Kundenberater die Qualität der jeweiligen, für den Eingriff infrage kommenden Krankenhäuser. Diese werde anhand eines statistischen Verfahrens errechnet, bei dem unter anderem die Ein-Jahres-Mortalität, Komplikationen nach der Operation oder die Wiedereinweisungsrate berücksichtigt werden, sagte die Geschäfts­führerin Stationäre Versorgung der AOK Nordost, Anke-Britt Möhr, heute vor Journalisten in Berlin.

Berücksichtigt werde zudem die Patientenstruktur eines Krankenhauses. Denn bei Krankenhäusern mit mehr alten und multimorbiden Patienten seien mehr Komplikationen zu erwarten. Eine qualitative Bewertung der Häuser auf Basis von QSR-Daten sei zurzeit bei elektiven Leistungen in den Bereichen Knie- und Hüftendoprothetik, Entfernung der Gallenblase und therapeutischer Herzkatheter möglich, so Möhr.

Kammer hält Qualitätskriterien für sinnvoll
„Die Verwendung der QSR-Daten ist aus meiner Sicht sinnvoll, weil dabei nicht nur der Zeitraum des Kranken­haus­auf­enthaltes betrachtet wird, sondern das gesamte folgende Jahr“, kommentierte Werner Wyrwich, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Berlin. Man müsse allerdings darauf achten, ob eine Komplikation nach einer Entlassung tatsächlich etwas mit dem Eingriff in dem Krankenhaus zu tun habe.

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„Wenn bei einer Hüftoperation im Krankenhaus alles glatt gelaufen ist, der Patient aber zu Hause stürzt, die Prothese bricht und er wieder eingewiesen werden muss, hat das nichts mit der erbrachten Qualität im Krankenhaus zu tun“, so Wyrwich. Man müsse also im Detail schauen, ob sich die Qualitätsbewertung mittels QSR-Daten so schärfen lasse, dass deren Aussagekraft auf lange Sicht noch besser werde.

Das neue Beratungsangebot der AOK Nordost sieht zudem weitere Aspekte vor: „Wenn ein Versicherter zu uns kommt und uns nach einem guten Krankenhaus fragt, prüft der Kundenberater zunächst, ob der vorzunehmende Eingriff auch ambulant durchgeführt werden kann“, erklärte Möhr. Wenn ja, rufe er bei dem behandelnden Arzt an und frage, warum der Eingriff stationär erfolgen solle. Wenn der Arzt keine Einwände gegen einen ambulanten Eingriff habe, mache der Kundenberater auf Wunsch des Versicherten direkt einen Termin für einen ambulanten Eingriff.

Erfahrung anderer Patienten berücksichtigen
Zudem präsentiert der Kundenberater dem Versicherten die Beurteilungen anderer Patienten, bei denen der Eingriff in den betreffenden Kliniken bereits vorgenommen worden ist. Grundlage dafür sind zusammen mit der Barmer GEK durchgeführte Befragungen, die bislang etwa 95.000 Versicherte der AOK Nordost beantwortet haben. Die Antworten werden dabei nur veröffentlicht, wenn eine Mindestquote von 75 Antwor­ten pro Krankenhaus sowie 50 Antworten pro Fachabteilung überschritten worden ist.

Das QSR-Verfahren ist aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt des AOK-Bundes­verbandes, der HELIOS Kliniken, des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und des Forschungs- und Entwicklungsinstituts für das Sozial- und Gesundheitswesen Sachsen-Anhalt (FEISA) aus dem Jahr 2002 hervorgegangen. Seit 2008 entwickelt das WIdO die Methodik weiter. Die Daten zum therapeutischen Herzkatheter wurden erst gestern veröffentlicht.

© fos/aerzteblatt.de

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