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Sachsen: Pflegedienste in der Ferienzeit gefragt

Montag, 22. Juli 2013

dpa

Dresden – Sachsens Pflegedienste registrieren in der Ferienzeit eine starke Nachfrage und empfehlen den Angehörigen, sich rechtzeitig zu kümmern. Zu Engpässen in der Pflege kommt es deshalb aber kaum, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Kranken- und Pflegekassen sowie karitative Organisationen verweisen auf eine Fülle von Angeboten, um Angehörige von Pflegebedürftigen zu entlasten. Oft seien die Betroffenen aber noch nicht ausreichend über alle Möglichkeiten informiert.

Probleme tauchen nur auf, wenn sich jemand quasi über Nacht ein Betreuungsangebot sucht. „Wer sich ganz spontan in den Urlaub begeben will und die Oma noch schnell unterbringen muss, hat gerade in der Urlaubszeit eher wenig Chancen“, sagte Sigrid Winkler, Sprecherin der Diakonie in Sachsen. Die Einrichtungen hielten zwar eine bestimmte Anzahl von Plätzen vor. Wenn diese aber ausgelastet seien, könne es mit einem Platz in der gewünschten Einrichtung schwierig werden.

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Neben der stationären Kurzzeitpflege und der sogenannten Verhinderungspflege zu Hause kommen ambulante Angebote infrage. „Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, um Angehörige zu entlasten“, erklärte Regina Creutz, Pflegeexpertin der AOK Plus. „Da lässt sich keine Schablone anwenden.“ Kurzzeit- und Verhinderungspflege sind jeweils bis zu 28 Tage im Jahr möglich und werden mit 1.550 Euro unterstützt.

Verhinderungspflege gibt es jedoch nur, wenn der Betroffene zuvor mindestens sechs Monate zu Hause gepflegt wurde. Sie kann so aussehen, dass ein ambulanter Pflegedienst in der Urlaubszeit beauftragt wird. Aber auch Nachbarn, Freunde oder weitere Angehörige der Bedürftigen können die finanzielle Leistung der Kassen in Anspruch nehmen. Die Techniker Krankenkasse (TK) beispielsweise bietet auch spezielle Kurse, damit sich die Angehörigen auf die Pflege vorbereiten können. Da werde auch auf Vertretungsmöglichkeiten und Pausen in der Betreuung eingegangen, sagte der sächsische TK-Sprecher Matthias Jakob.

Welches Angebot sinnvoll ist, hängt nach Darstellung von Diakonie-Sprecherin Winkler immer vom konkreten Fall ab. „Reicht es unter Umständen, wenn zweimal am Tag der Pflegedienst kommt, die Grundpflege ausführt und den Kühlschrank füllt? Oder leidet der Betroffene an einer schweren Demenz? Dann ist sicherlich eine kurzzeitige stationäre Pflege angezeigt.“ Dirk Bunzel vom Verband der Ersatzkassen räumt ein, dass es vor allem bei Demenzkranken zu Anpassungsproblemen kommen kann.

„Schwer demenzerkrankte Menschen haben große Schwierigkeiten, sich auf eine neue Umgebung, neue Menschen und andere Abläufe einzustellen“, sagte auch Winkler über Erfahrungen der Diakonie. Damit die Pflegekräfte sensibel auf die Bedürfnisse eingehen könnten, müssten sie von den Angehörigen so viel wie möglich über Vorlieben der Betroffenen erfahren. Nach Aussagen von Bunzel gibt es aber auch Pflegebedürftige, die gern Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen, weil sie dabei in Kontakt mit anderen kommen.

Damit die Pfleger nicht selbst zum „Pflegefall“ werden, ist neben Kompetenz auch Zeit zur Regeneration erforderlich. „Viele unterschätzen die Situation und wissen nicht, was es bedeutet, sieben Tage die Woche rund um die Uhr einen Menschen zu pflegen“, sagte AOK-Expertin Creutz. „Da ist schnell eine Grenze erreicht.“ © dpa/aerzteblatt.de

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