Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Fachgesellschaft unterstützt Forderungen der Ethikkommission zur Zwangsbehandlung

Montag, 22. Juli 2013

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat sich positiv über die Stellungnahme der von der Bundes­ärzte­kammer eingesetzten Zentralen Ethikkommission (ZEKO) zum Thema Zwangsmaßnahmen geäußert. Sie gehe in ihren Feststellungen deutlich über die aktuellen gesetzlichen Regelungen hinaus. Viele der genannten Vorschläge begrüßt die DGPPN deshalb, gleichzeitig sieht sie jedoch noch weiteren Handlungsbedarf.

Positives Feedback erhält die ZEKO vor allem für ihre Forderung, die ärztlichen Zwangs­maßnahmen zu reduzieren. Denn auch die DGPPN macht sich dafür stark. Sie plädiert – wie die ZEKO – dafür, Behandlungsalternativen zur Zwangsbehandlung zu entwickeln. „Das Verhindern von Zwangsmaßnahmen und Unterbringungen setzt eine hohe Strukturqualität voraus“, unterstrich DGPPN-Präsident Wolfgang Maier.

Im Bereich der Psychiatrie bedeute dies vor allem hoch qualifiziertes Personal. Die personalintensive Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen werde jedoch bislang nur unzureichend vom Gesundheitssystem finanziert, kritisierte Maier. Denn nur mit zeitintensiven Gesprächen, Vertrauen und dem Aufbau und Aufrecht­erhalten einer therapeutischen Beziehung ließen sich vermeidbare Zwangsbe­handlungen vorbeugen.

Dazu brauche der Arzt aber vor allem Zeit mit dem Patienten. Die DGPPN verwundert es nicht, dass der beklagte Anstieg von Zwangsmaßnahmen in den letzten Jahren mit dem Abschmelzen von Personalressourcen in psychiatrischen Kliniken einherging. „Politik und Gesellschaft müssen in einen Diskurs darüber treten, was ihnen die bestmögliche Behandlung und Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen wert ist“, forderte der Präsident.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

mkohlhaas
am Dienstag, 23. Juli 2013, 08:47

Die "Fachgesellschaft" gerät offensichtlich unter Druck

Der Direktor der NIMH erklärt die Diagnostik in der Psychiatrie für nicht valide und damit zu esoterischer Kaffeesatzleserei

Siehe:
http://www.nimh.nih.gov/about/director/2013/transforming-diagnosis.shtmliterlesen:

http://www.zwangspsychiatrie.de/2013/05/eine-scheinwissenschaft-am-ende-die-bankrotterklarung-psychiatrischer-legitimitat/


Die bei der Behandlung der „Schizophrenie“ haben bei 70% keine Wirkung oder sind unnötig
Siehe:
http://www.kfo241.de/schizophrenia_de.php

http://www.kfo241.de/staff_cp_de.php

Der UN-Sonderberichterstatter über Folter beim UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, Juan E. Méndez, erklärte in seiner Rede bei der 22. Sitzung des “Human Rights Council” am 4. März 2013 alle Zwangsbehandlungen in der Psychiatrie zu Folter, bzw. grausamer, unmenschlicher oder erniedrigende Behandlung.

Siehe:

http://www.folter-abschaffen.de

Dem schließt sich das Institut für Menschenrechte an.

Siehe:
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/aktuell/news/meldung/archive/2013/june/article/un-sonderberichterstatter-absolutes-verbot-von-jeglichen-zwangsbehandlungen-im-zusammenhang-der-psy.html?tx_ttnews[day]=25&cHash=555cd82aaed9c51a791e3ff30cd96095


Und nun auch noch die Ethikkommission.
Siehe:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/141964/

Johannes Georg Bischoff, Kirrweiler
Diplom-Psychologe

Nachrichten zum Thema

05.10.17
Mecklenburg-Vor­pommern eröffnet Beratungsstelle für ehemalige Kinder aus Psychiatrie und Heimen
Schwerin – Wer als Kind und Jugendlicher in der DDR in einem Behindertenheim oder in der Psychiatrie untergebracht war, kann sich seit gestern über finanzielle Hilfen und Entschädigungen beraten......
23.08.17
Stationsäquivalente psychiatrische Behandlung muss angemessen vergütet werden
Berlin – GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) haben sich auf Regeln für eine stationsäquivalente psychiatrische Behandlung......
16.08.17
Bundesverfassungs­gericht verlangt enge Landesgesetze bei Zwangsbehandlung
Karlsruhe – Eine medizinische Zwangsbehandlung nicht einsichtsfähiger Patienten ist „nur als letztes Mittel“ und nur unter engen gesetzlichen Grenzen zulässig. Es gelten dieselben Vorgaben wie im......
14.08.17
Was bei akustischen Halluzinationen im Gehirn passiert
New Haven – Die Kombination eines vor 125 Jahren erdachten Pawlowschen Experiments, mit dem auch bei gesunden Menschen akustische Halluzinationen erzeugt werden können, und der modernen......
01.08.17
Ministerrat beschließt Eckpunkte für neues Psychisch-Kran­ken-Hilfe-Gesetz
München – Bayern baut die Versorgungsangebote für psychisch Kranke in akuten psychischen Notlagen aus. Auf Eckpunkte für ein Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (Psych-KHG) hat sich heute der Ministerrat......
24.07.17
Neue Spezialambulanz für personalisierte Psychiatrie in Heidelberg
Heidelberg – Therapien für Psychiatriepatienten stärker personalisieren will eine Spezialambulanz für personalisierte Psychiatrie in Heidelberg. Sie gehört zur Sektion für Psychopathologie und......
23.06.17
Bundestag schließt Gesetzeslücke bei Zwangsbehandlung
Berlin – Eine ärztliche Zwangsbehandlung von psychisch kranken Patienten ist künftig auch außerhalb geschlossener Einrichtungen möglich. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag gestern......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige