Medizin

Frühstück gesund für das Herz

Dienstag, 23. Juli 2013

Boston – Üppige Mahlzeiten am späten Abend und der Verzicht auf ein Frühstück sind zwei ungesunde Ernährungsgewohnheiten, die in der Health Professionals Follow-up Study jeweils mit einem erhöhten Risiko auf eine koronare Herzkrankheit assoziiert waren, wie eine Publikation in Circulation (2013; 128: 337-343) zeigt.

Die Health Professionals Follow-up Study gehört zu den großen US-amerikanischen prospektiven Beobachtungsstudien, in denen eine größere Zahl von Erwachsenen regelmäßig nach ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten befragt wird, um den Einfluss auf die Gesundheit zu untersuchen. Die Ernährungswissenschaftlerin Leah Cahill von der Harvard School of Public Health in Boston analysierte die Daten jetzt, um die Auswirkungen eines verbreiteten Ernährungsstils zu untersuchen.

Anzeige

Viele überwiegend jüngere Männer starten den Tag ohne Frühstück, was manchem nicht schwer fällt, da er am Abend zuvor zu später Stunde noch gut gegessen (und getrunken) hat. Diese Angewohnheit ist, wie Cahill feststellte, mit anderen kardiovaskulären Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und höherem Alkoholkonsum assoziiert. Da die Health Professionals Follow-up Study diese Risikofaktoren abfragt, konnte Cahill den Einfluss von abendlichen Mahlzeiten und fehlendem Frühstück isoliert betrachten.

Die Auswertung ergab, dass Männer, die den Tag ohne Frühstück beginnen, während der 16-jährigen Beobachtungszeit zu 27 Prozent häufiger eine koronare Herzkrankheit entwickelten (relatives Risiko RR 1,27; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,06-1,53). Späte Mahlzeiten am Abend erhöhten das Risiko um 55 Prozent (RR 1,55; 1,05-2,29). Cahill vermutet, dass der Verzicht auf das Frühstück Männer dazu verleitet, im Verlauf des Vormittags ihren Hunger durch ungesunde Snacks zu stillen.

Sie nehmen dann am Vormittag mehr Kalorien zu sich als bei einem gesunden Frühstück und schädigen auf Dauer den Zuckerstoffwechsel. Dafür spricht, dass der Verzicht auf das Frühstück häufig mit Adipositas, hohem Blutdruck, hohen Cholesterinwerten und Typ 2-Diabetes assoziiert war. Schädlich ist der Frühstücksverzicht auch dann, wenn spät abends keine Extramahlzeit erfolgt.

Insgesamt 76 Prozent der Männer, die spät abends noch essen, nahmen auch ein Frühstück zu sich, berichtet Cahill. Diese Kombination ist ebenfalls ungesund, da es zu einem täglichen Kalorienüberschuss kommt, der auf Dauer nicht ohne gesundheitliche Folgen bleibt. Ernährungswissenschaftler wie Cahill raten dazu, spät abends nicht mehr zu essen und sich morgens für das Frühstück Zeit zu nehmen. Neben Vollkorntoast oder Müsli sollte auch frisches Obst auf dem Tisch stehen.

© rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

27.02.17
Diabetes: Zyklische Fasten-ähnliche Diät senkt Bluzuckerwerte bei Mäusen
Los Angeles – Diabetische Mäuse profitieren von einer speziellen Ernährung. Die Fasten-imitierende Diät (fasting mimicking diet, FMD) habe nicht nur die Blutzuckerwerte der Tiere bis zu 45 Tage......
27.02.17
Mehrheit hält Fasten aus gesundheitlichen Gründen für sinnvoll
Hamburg – Mehr als die Hälfte der Deutschen hält nach einer neuen Umfrage eine Fastenzeit aus gesundheitlicher Sicht für sinnvoll. 55 Prozent der Befragten sagten in der Forsa-Studie im Auftrag der......
23.02.17
EU fordert mehr Einsatz für gesünderes Essen in Schulkantinen
Brüssel – Die EU-Kommission fordert einen stärkeren Einsatz der Mitgliedstaaten für gesundes Essen in Schulen. In einem nun veröffentlichten Bericht warnen Experten vor der steigenden Anzahl......
20.02.17
Wie Nüsse das Wachstum von Krebszellen hemmen
Jena – Einen molekularen Mechanismus für die antikanzerogenen Wirkungen von Inhaltsstoffen aus Nüssen haben Wissenschaftler aus Jena entdeckt. Die Arbeit ist in dem Magazin Molecular Carcinogenesis......
20.02.17
Fünf Tage Fasten im Monat könnte Herz-Kreislauf-Erkran­kungen vorbeugen
Los Angeles – Eine „fasting-mimicking” Diät, die an fünf Tagen im Monat die Nahrungszufuhr auf ein Minimum beschränkt, hat in einer randomisierten kontrollierten Studie in Science Translational......
16.02.17
Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat ein Verbot für TV-Spots gefordert, die sich an Kinder richten und in denen für hochkalorische, übergewichtsfördernde Lebensmittel geworben wird.......
15.02.17
Modellrechnung: Eine Zuckersteuer würde die meisten gesunden Lebensjahre einbringen
Melbourne – Das australische Gesundheitssystem könnte umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro sparen. Dafür müsste es eine Steuer auf ungesunde Lebensmittel einführen und gleichzeitig Früchte und......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige