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Politik

Neuer Krankenhausplan: Weniger Chirurgie, mehr Psychiatrie

Dienstag, 23. Juli 2013

Düsseldorf – Die rund 400 Krankenhäuser in Nordrhein- Westfalen sollen mehr Behandlungskapazitäten in den Bereichen Altersmedizin und Psychiatrie aufbauen. Dagegen soll die Zahl der Betten in den chirurgischen Abteilungen, den Geburts­stationen und der Inneren Medizin deutlich gesenkt werden. Das sieht der von Ge­sund­heits­mi­nis­terin Barbara Steffens (Grüne) am Dienstag veröffentlichte neue NRW-Krankenhausplan vor.

Im Jahr 2015 sind demnach landesweit noch rund 124 000 Betten und Behandlungs­plätze erforderlich, 10.000 weniger als im Jahr 2010. Das entspricht einem Kapazitäts­abbau von neun Prozent. Den zahlenmäßig größten Abbau soll es in der Chirurgie geben, wo 5.200 von 33.000 Betten gestrichen werden könnten. In der Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist laut Plan fast jedes dritte der 9.300 Betten (2010) verzichtbar. Den größten Zuwachs sieht der Plan mit 2.300 zusätzlichen Betten für die Psychiatrie vor, in der es bisher 16.000 Plätze gibt.

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Steffens betonte, das Gesundheitssystem solle konsequent daran ausgerichtet werden, was Patienten „tatsächlich brauchen“. So müsse künftig bei älteren Menschen, die ins Krankenhaus kommen, ein geriatrischer Handlungsbedarf abgeklärt werden. Jedem Patienten ab dem 75. Lebensjahr sollen dazu standardisierte Fragen gestellt werden, um Hinweise auf ein vermindertes Erinnerungsvermögen, eine Häufung von Krankheiten oder Hilfsbedürftigkeit im Alter zu erhalten. In der Altersmedizin soll die Bettenzahl um 450 aufgestockt werden. „Frühchen“ mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm sollen prinzipiell in Perinatalzentren zur Welt kommen.

Facharztstandard notwendig
Der Plan macht auch Vorgaben für die Kompetenz der Ärzte in den Krankenhäusern. So müsse in allen Fachabteilungen ärztliche Fachkompetenz jederzeit erreichbar sein. Der leitende Arzt müsse Facharzt sein, der Stellvertreter sollte Facharzt sein. Weitere Ärzte der jeweiligen Abteilung sollten mindestens Kenntnisse aufweisen, die dem Facharztstandard entsprechen.

Festlegungen für einzelne Krankenhäuser enthält der Plan nicht. Für die regionale Planung sind Krankenhausträger, Krankenkassen und Bezirksregierungen zuständig. Die Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) forderte Augenmaß von Land und Kassen. Insbesondere Verschärfungen der personellen Anforderungen hätten eine große Auswirkung auf die flächendeckende Versorgung, erklärte Jochen Brink, Präsident der  (KGNW).

„Die Umsetzung der Pläne für die Psychiatrie/Psychosomatik und die Geriatrie wird Zeit brauchen, da noch zu klären ist, ob und in welchem Umfang die personellen Strukturen bereits vorhanden sind oder erst noch aufgebaut werden müssen. Funktionierende Verbünde und Kooperationen sollten nicht zerschlagen werden. Insgesamt sollten keine Kapazitäten abgebaut werden, die man später mühsam wieder aufbauen muss. Wir setzen auf den verantwortungsvollen Umgang des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums als abschließender Entscheider“, so der KGNW-Präsident.

Die CDU warf Steffens vor, nicht für die notwendige Planungs- und Rechtssicherheit zu sorgen. Der Plan enthalte „einen unzuverlässigen Interpretationsspielraum“, bemängelte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Peter Preuß. Die Ministerin überlasse die Zukunft der kleineren Krankenhäuser den Budgetverhandlungen zwischen Trägern und Kassen. „Das ist vollkommen inakzeptabel.“ © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #103574
mkohlhaas
am Samstag, 3. August 2013, 15:49

Dumm und dämlich verdienen

Offensichtlich verdient man sich Trotz PEPP in der Psychiatrie immer noch dumm und dämlich. Sonst würde man keine Betten aufbauen.
Es zeigt sich hier die Heuchelei von "weg-mit-pepp.de"
Mehr Betten heißt nicht mehr Zwangseinweisungen und Zwangsbehandlungen.

Johannes Georg Bischoff

LNS

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