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Politik

Barmer GEK: Darmkrebs­früherkennung wirkt

Dienstag, 23. Juli 2013

dpa

Berlin – Die Anzahl der Krankenhausbehandlungen ist im vergangenen Jahr leicht von 190 auf 189 Fälle pro 1.000 Patienten angestiegen. Die Verweildauer im Kranken­haus ist ebenfalls weiter – von 8,4 auf 8,3 Tage – gesunken. 1992 lag sie noch bei 13 Tagen. Das geht aus dem Krankenhausreport 2013 der Barmer GEK hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. „Dass die Behandlungsfälle im Jahr 2012 stagniert sind, ist auf den ersten Blick eine erfreuliche Mitteilung“, kommentierte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlenker. Die gesunkene Zahl von Darmkrebspatienten zeige, das die Darm­krebs­früh­erken­nung wirke, so Schlenker.

Die Fallzahlen befänden sich jedoch nach wie vor auf einem hohen Niveau. „Wir sind der Meinung, dass das Thema Mengenentwicklung im Krankenhaus angegangen werden muss“, sagte Schlenker weiter und forderte, die bis 2014 vorgeschriebenen Mehr­leistungs­abschläge über dieses Jahr hinaus zu verlängern. Zudem kämen derzeit „merkwürdige Botschaften“ aus den Bundesländern und von Krankenhausvertretern, die forderten, das DRG-Modell grundsätzlich zu reformieren. „Dieser Auffassung sind wir nicht“, so Schlenker.

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Verweildauer leicht gesunken
Maßgeblich für die seit 1990 sinkende Verweildauer in Krankenhäusern sei der ins­besondere von 1999 bis 2006 deutlich zu beobachtende Rückgang der Behand­lungszeiten unter Diagnosen von Krankheiten des Kreislaufsystems um 44 Prozent bis 2012, heißt es in dem Report. Krankenhausbehandlungen infolge dieser Erkrankungen seien seit 1990 von 380 auf 213 Behandlungstage je 1.000 Patienten gesunken. Im gleichen Zeitraum sei es im Gegenzug allerdings zu einer erheblichen Zunahme der Verweilzeiten bei psychischen Störungen gekommen: von 175 auf 293 Behandlungstage je 1.000 Patienten.

Die meisten Krankenhaustage entfielen dementsprechend auch 2012 auf Behandlungen von psychischen Störungen (17,6 Prozent aller Krankenhaustage – ein Rückgang um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Die meisten Behandlungen werden dabei infolge einer „psychischen und Verhaltensstörung durch Alkohol“ vorgenommen. Relevanter seien jedoch, aufgrund der längeren Behandlungsdauer, die Diagnosen „depressive Episode“, „rezidivierende depressive Störung“ und „Schizophrenien“.

Schwerpunktthema des Reports war in diesem Jahr die Versorgung von stationär behandelten Darmkrebspatienten. Deren Anzahl sank seit 2005 von 11,71 auf 9,28 Patienten je 10.000 Personen. „Die initiale vollstationäre Behandlung des Darmkrebs ist primär chirurgisch“, heißt es in dem Report. „Die anteilige Bedeutung laparaskopischer Operationstechniken hat von 2005 bis 2012 von fünf auf 15 Prozent stark zugenommen.“ Von 80 auf 70 Prozent gesunken ist hingegen die Anzahl der offen-chirurgischen Verfahren.

Chemotherapien mehr ambulant durchgeführt
Im selben Zeitraum hat die Anzahl der Chemotherapien im Krankenhaus von 4,7 auf 2,1 Behandlungen je 10.000 Personen abgenommen. Die Zahl der Bestrahlungen im Kran­ken­haus sank entsprechend von 1,3 auf 0,8. „Das zeigt uns: Chemotherapie und Bestrah­lung werden in stärkerem Maße ambulant durchgeführt“, sagte Eva Maria Bitzer vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung, das den Report im Auftrag der Barmer GEK verfasst hat.   

Kranken­haus­auf­enthalte aufgrund von Darmkrebs dauern seit dem Jahr 2000 konstant circa elf Tage. Die Kosten für die vollstationäre Behandlung je Betroffenem sind zwischen 2005 und 2012 von durchschnittlich 9.316 Euro auf 11.314 Euro gestiegen. Ein Jahr nach der Erstbehandlung sind etwa 20 Prozent der Erkrankten gestorben, fünf Jahre nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sind es 45 Prozent.

Früherkennungsprogramme wirksam
„Sehr viel spricht dafür, dass das gesetzlich vorgeschriebene Früherkennungsprogramm wirksam ist“, kommentierte Schlenker die gesunkene Zahl der Darmkrebspatienten. Dieses Programm sieht eine Beratung und einen Stuhltest ab dem 50. Lebensjahr und ab dem 55. Lebensjahr maximal zwei Darmspiegelungen vor. „Wir sind der Meinung, dass die Zahlen belegen, dass wir unseren Versicherten dringend empfehlen sollten, die Darm­krebs­früh­erken­nung in Anspruch zu nehmen“, so Schlenker weiter.

Er kritisierte, dass die mit dem Krebsfrüherkennungs- und –registergesetz im Frühjahr erfolgte Beauftragung des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses, ein Einladungswesen für Risikogruppen zu definieren, erst 2016 abgeschlossen werden soll. „Das kommt uns etwas zu lang vor“, so Schlenker.

Er kündigte an, dass die Barmer GEK in Bayern modellhaft erweiterte Früher­kennungs­maßnahmen zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und weiteren Kassen erproben will. Dabei sollen die Versicherten zu ihrem 50. beziehungsweise 55. Geburtstag eine schriftliche Einladung zu den entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen erhalten. © fos/aerzteblatt.de

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