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Medizin

MERS-artiges Coronavirus in Südafrika entdeckt

Mittwoch, 24. Juli 2013

Bonn – Stammt das „MERS-Coronavirus“ aus Afrika? Auf der Suche nach dem natürlichen Reservoir für die Viren, die seit Sommer des letzten Jahren von der arabischen Halbinsel ausgehend immer wieder zu sporadischen Erkrankungen mit hoher Letalität geführt haben, ist ein Forscherteam jetzt an einem mehrere tausend Kilometer entfernten Ort fündig geworden. Laut dem Bericht in Emerging Infectious Diseases (2013; doi: 10.3201/eid1910.130946) enthielt eine Kotprobe einer in Südafrika heimischen Fledermausart zwar nicht das MERS-Coronavirus, wohl aber einen genetisch sehr nahen Verwandten.

Das Virus wurde an der Universität Bonn in einer von 62 Kotproben nachgewiesen, die Forscher der Universität Stellenbosch (etwa 50 Kilometer von Kapstadt entfernt) 2011/2012 in den südafrikanischen Provinzen KwaZulu-Natal und Westkap gesammelt hatten. Die positiv getestete Kotprobe stammt von einer Fledermaus der Art Neoromicia cf. zuluensis, die dort heimisch ist, in Saudi-Arabien aber nicht auftritt.

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Da das nachge­wiesene Virus nicht mit dem MERS-Coronavirus identisch ist, könnte es sich um ein Vorläufervirus handeln, vermutet Jan Felix Drexler vom Institut für Virologie des Bonner Universitätsklinikums. Möglicherweise habe es sich an einen anderen Wirt angepasst, der dann in Saudi-Arabien das Reservoir bildet. Da es sich um einen Einzelfall handelt, sind weitreichende Spekulationen derzeit müßig.

Dass Viren auch in abgelegenen Regionen weite Strecken überwinden können, zeigt das Beispiel des Rifttalfiebers. Die Erkrankung wurde 1913 zuerst im gleichnamigen Tal in Kenia nachgewiesen, heute ist der Viruserreger der Zoonose auch in Saudi-Arabien endemisch.

Nach dem letzten Update der WHO von 21. Juli sind seit September 2012 insgesamt 90 Erkrankungen am Middle East Respiratory Syndrome (MERS) bestätigt worden, 45 Patienten sind an schweren Lungenentzündung und Nierenversagen gestorben. © rme/aerzteblatt.de

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