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Ärzteschaft

Erster Facharztvertrag für Orthopädie unterzeichnet

Donnerstag, 25. Juli 2013

dpa

Stuttgart – Der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), der Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen (BNC), AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg haben den bundesweit ersten orthopädischen Facharztvertrag unterzeichnet. Dieser gilt nicht nur für Orthopäden, sondern auch für Chirurgen, die orthopädische Leistungen erbringen. Ziel ist es, die Behandlung von Rückenschmerzen, Osteoporose und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates nachhaltig zu verbessern, koordinierte Therapien zu ermöglichen und unnötige stationäre Eingriffe zu vermeiden.

„Die Regelversorgung liefert nicht die passende Antwort auf die Herausforderungen, vor die orthopädische Volkskrankheiten das Gesundheitssystem stellen“, unterstrich Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Dies zeige allein die wachsende Zahl orthopädischer Operationen.

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Der BVOU unterstützt diese These. Seiner Ansicht nach fördert die Vergütungs­systematik der Regelversorgung bei der Behandlung orthopädischer Patienten eine apparative Diagnostik und Therapie und nicht die Beratung und Motivation des Patienten. Die Vergütung im neuen Vertrag sei dagegen so aufgebaut, dass sich der teilnehmende Facharzt ausreichend Zeit für eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung sowie eingehende Beratung nehmen könne.

Der Vertrag regelt auch, an welchem Punkt der Hausarzt an die Fachärzte überweist und dass er dabei eine Befunddokumentation mit übermittelt. So kann der Orthopäde direkt an die hausärztliche Behandlung anknüpfen. Im Gegenzug bekommt der Hausarzt unmittelbar einen aussagefähigen Bericht zur Diagnosestellung und weiterführende Therapievorschläge.

Honorarplus von 30 Prozent angestrebt
„Der Vertrag stärkt die konservative orthopädische Versorgung durch mehr Planungs­sicherheit und eine bessere Bezahlung der Praxen“, erklärt Werner Baumgärtner, Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg. Man strebe dabei ein Honorarplus von 30 Prozent an.

Niedergelassene Orthopäden und Chirurgen in Baden-Württemberg können sich ab sofort in den Vertrag einschreiben. Sobald ein Quorum von landesweit 200 Orthopäden erreicht ist, kann die Einschreibung der Patienten beginnen. Teilnehmen können alle Versicherten der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK, die in das HausarztProgramm eingeschrieben sind.

Um den Erfolg zu messen und den Ärzten ein Feedback zu geben, wollen die Partner eine den Vertrag unter Einbeziehung von Patientenbefragungen regelmäßig evaluieren. © hil/aerzteblatt.de

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