NewsVermischtesZweifel an Nutzen der Früherkennung bei familiärem Darmkrebsrisiko
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Zweifel an Nutzen der Früherkennung bei familiärem Darmkrebsrisiko

Freitag, 26. Juli 2013

Köln – Der Nutzen einer Früherkennungsuntersuchung für unter 55-Jährige mit einem familiären Darmkrebs-Risiko ist unklar. Zu diesem Schluss kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem am Freitag in Köln veröffentlichten Abschlussbericht. Zwar haben unter 55-Jährige mit mindestens einem Darmkrebsfall bei Verwandten ersten Grades ein 1,7- bis 4,1-fach höheres Risiko, selbst daran zu erkranken. Ob sie allerdings von speziellen Screenings profitieren, dazu gibt es nach Aussage der Experten keine aussagekräftigen Studien.

Sie empfehlen deshalb, dass Änderungen der bisherigen Früherkennung „sorgsam abgewogen" werden sollten. Denn die Darmkrebstests könnten auch Schaden anrichten, wenn zum Beispiel Versicherte fälschlicherweise der Risikogruppe zugeordnet werden.

Anzeige

Darmkrebs ist in Deutschland sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Etwa jeder vierte Fall tritt demnach familiär gehäuft auf, eine konkrete genetische Ursache lässt sich aber nur bei etwa fünf Prozent der Erkrankungen feststellen.

Im Rahmen der Früherkennung haben bislang alle Versicherten im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich Anspruch auf einen Stuhltest und bei auffälligem Befund auf eine große Darmspiegelung. Ab 55 Jahren können Versicherte wählen, ob sie alle zwei Jahre einen Stuhltest machen oder eine große Darmspiegelung in Anspruch nehmen.

Aufgrund einer gesetzlichen Neuregelung wurden diese starren Altersgrenzen aufge­hoben. Stattdessen sollen künftig medizinische Kriterien für die Vorsorgeunter­suchung gelten. So könnte Versicherten, die als gefährdet gelten, früher oder häufiger eine Früherkennunguntersuchung angeboten werden. Das Institut sollte deshalb im Auftrag des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses von Kassen, Ärzten und Kranken­häusern prüfen, ob unter 55-Jährige mit an Darmkrebs erkrankten Verwandten ein erhöhtes Risiko haben und ob ein früheres oder gestraffteres Screening sinnvoll ist. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Juni 2020
Heidelberg – Je niedriger die Zugangshürden sind, desto häufiger nutzen Versicherte Angebote zur Darm­krebs­früh­erken­nung. Das geht aus einer Studie hervor, die Wissenschaftler vom Deutschen
Darmkrebsfrüherkennung: Niedrige Zugangshürden steigern Teilnahmequote
12. Juni 2020
Köln − Bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom hat eine Fusionsbiopsie im Vergleich zur bisher üblichen transrektalen oder transperinealen Ultraschallbiopsie keinen höheren Nutzen oder Schaden. Zu
Prostatakrebs: Kein Anhaltspunkt für höheren Nutzen der Fusionsbiopsie
5. Juni 2020
Alexandria – Eine breite Testung auf Mutationen, die mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert sind, kann zu ungerechtfertigten Operationen führen. So unterzogen sich einige Frauen des
Nach Gentest zu oft die Eierstöcke raus
26. Mai 2020
Warschau −Ein negativer Befund in einer Koloskopie könnte nach den Erfahrungen der polnischen Darmkrebsvorsorge in den Annals of Internal Medicine (2020; DOI: 10.7326/M19-2477) auch über das
Studie: Sorgfältige Koloskopie kann länger als 10 Jahre vor Darmkrebs schützen
25. Mai 2020
Berlin – In seinem Abschlussbericht zu der Frage, ob Männern ohne Verdacht auf Prostatakrebs innerhalb der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) in Deutschland ein Prostatakarzinom-Screening mittels
Früherkennung des Prostatakrebses sollte nicht beim PSA-Test haltmachen
20. Mai 2020
Berlin – In Deutschland haben derzeit 324 Ärzte bundesweit eine Abrechnungsgenehmigung für die Abklärungskolposkopie im Rahmen des neuen Zervixkarzinomscreenings. Darauf hat die Kassenärztliche
Mehr Ärzte dürfen Abklärungskolposkopie vornehmen
20. Mai 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) empfiehlt Patienten, nicht nur bei akuten Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, sondern auch
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER