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Medizin

Hepatitis C wird langsam seltener

Montag, 29. Juli 2013

Hepatitis-C-Virus /wikipedia

Berlin – Mit 4.982 gemeldeten Fällen ist die Zahl der neu erkannten Hepatitis C-Infek­tionen 2012 erneut – zum achten Mal in Folge – gesunken. Aufgrund der hohen Sicher­heit von Blutprodukten erfolgt die Ansteckung laut einem Bericht im Epidemiologischen Bulletin (2013; 30: 273-280) heute überwiegend beim intravenösen Drogenkonsum.

Das Hepatitis C-Virus wird fast ausschließlich durch Blut übertragen. Eine sexuelle Übertragung wie beim Hepatitis B-Virus gibt es praktisch nicht (solange es beim Sex nicht zu Verletzungen kommt). Und da seit 1991 alle Blut- und Plasmaspenden auf HCV-Anti­körper (seit 1999 zusätzlich auf HCV-Gene) untersucht werden, ist eine HCV-Über­tragung durch Blut zu einem sehr seltenen Ereignis geworden.

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Gefährdet sind heute vor allem Konsumenten von intravenösen Drogen. Auf sie entfielen 2012 insgesamt 1.202 von 1.375 Neuerkrankungen (87 Prozent), bei denen ein Über­tragungsweg ermittelt werden konnte. Risikobehaftet ist laut RKI nicht nur das Needle Sharing, sondern auch das Auskochen und Weitergeben von Filtern, die gemeinsame Benutzung eines Wassergefäßes sowie das Teilen von Löffeln oder eines kontaminierten Stauschlauches.

Weitere 81 Männer haben sich beim Sex mit anderen Männern infiziert (6 Prozent). Die Ansteckungen erfolgen hier vermutlich beim häufigen Analsex mit wechselnden Partnern, beim Gruppensex sowie nach rektalen Verletzungen (möglicherweise auch nach perianalen Operationen). Der gemeinsame Gebrauch von Gleitmitteln könnte ein Übertragungsweg sein. Der nasale Drogenkonsum kommt laut RKI ebenfalls als Risikofaktor in Frage, etwa wenn Sniefröhrchen geteilt werden.

Eine iatrogene Übertragung ist sehr selten, aber möglich: 44 Patienten (3 Prozent) wurden bei der Dialyse infiziert, 41 Patienten (3 Prozent) nach Erhalt von Blutprodukten. Sieben Mal (1 Prozent) hat im letzten Jahr eine Mutter die Infektion bei der Geburt auf ihr Kind übertragen.

Da es noch keinen Impfstoff gibt, sind die Präventionsmaßnahmen beschränkt. Neben der Aufklärung könnte den Konsumenten steriles Injektionsmaterial und Utensilien zur Verfügung gestellt werden. Regelmäßige Antikörpertests und die rasche Therapie von Infizierten, die heute häufig erfolgreich ist, könnte die Zahl der Infizierten und damit das Übertragungsrisiko auf andere Konsumenten senken.

In Deutschland lebt eine unbekannte Zahl von Menschen, die sich vor 1990 durch Blutprodukte infiziert haben. In der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1), einem groß angelegten bundesweiten Survey, waren es 0,3 Prozent der erwachsenen Allgemeinbevölkerung. Dies ist ein leichter Rückgang seit der BGS98, die zehn Jahre davor noch eine Prävalenz von 0,4 Prozent ermittelt hatte.

Die Zahl dürfte weiter sinken: In der DEGS1 wurde in der jüngeren Altersgruppe bis 39 Jahre keine einzige Infektion mehr gefunden. Von den Infizierten hatten jedoch zwei Drittel Virus-RNA im Blut, ein Zeichen für eine aktive Erkrankung, die bei der Hepatitis C zur Leberzirrhose und zum Leberkarzinom fortschreiten kann. Die chronische Hepatitis C ist laut RKI heutzutage der häufigste Grund für eine Lebertransplantation. © rme/aerzteblatt.de

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