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Ausland

Britisches Gericht weist Forderung nach Sterbehilfe ab

Donnerstag, 1. August 2013

London – In Großbritannien bleibt aktive Sterbehilfe für Menschen mit schweren Behinderungen oder Krankheiten untersagt. Ein Berufungsgericht in London wies gestern eine entsprechende Forderung von zwei Klägern zurück, die ein Recht auf ärztlich assistierten Suizid durchsetzen wollten.

Der Court of Appeal bestätigte laut britischen Medien ein früheres Urteil des obersten Zivilgerichts, wonach Tony Nicklinson, der an einem Locked-in-Syndrom litt, kein Recht auf Sterbehilfe zustand. Der Mann aus der südwestenglischen Grafschaft Wiltshire war seit 2005 vom Hals abwärts gelähmt und kämpfte vor Gericht um die Möglichkeit einer Selbsttötung mit ärztlichem Beistand. Vergangenen August starb er im Alter von 58 Jahren einen natürlichen Tod.

Seine Witwe Jane äußerte sich enttäuscht, aber „nicht überrascht“ von dem Urteil. Sie wolle nun an den Supreme Court, das oberste Gericht in Großbritannien, appellieren, sagte sie dem britischen Sender BBC. Das Berufungsgericht habe der Klage in einigen Punkten Recht gegeben, die von der früheren Instanz noch zurückgewiesen worden seien. Dies sei „ein Schritt vorwärts“, so Jane Nicklinson.

Ebenfalls abgewiesen wurde die Klage von Paul Lamb (58) aus der nordenglischen Stadt Leeds, der seit einem Autounfall vor 23 Jahren vom Hals abwärts gelähmt ist und für einen Suizid auf fremde Hilfe angewiesen wäre. Einen Erfolg errang ein dritter Kläger mit der Forderung nach weiterer rechtlicher Klärung. Der „Martin“ genannte Mann möchte wissen, ob es legal ist, wenn Ärzte oder Pflegekräfte einen sterbewilligen Patienten ins Ausland begleiten, um ihn dort mit Hilfe einer entsprechenden Organisation assistierten Suizid  verüben zu lassen.

Das Gericht entschied, der leitende Staatsanwalt müsse die Rechtslage in diesem Punkt präzisieren. Laut britischen Medien sind bislang schätzungsweise 200 todkranke Briten in die Schweiz gereist, um dort ihr Leben zu beenden. Keiner der begleitenden Angehörigen sei dafür rechtlich belangt worden.  Beihilfe zum Suizid ist in Großbritannien ein Straftatbestand, der mit bis zu 14 Jahren Haft belegt werden kann.

© kna/aerzteblatt.de

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