NewsMedizinAkute myeloische Leukämie: Neue Genmutation ermöglicht personalisierte Therapie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Akute myeloische Leukämie: Neue Genmutation ermöglicht personalisierte Therapie

Donnerstag, 1. August 2013

München – Bei der „Core-binding-Factor“-Leukämie, einer Untergruppe der akuten myeloischen Leukämie (AML), scheint eine bestimmte Mutation im FLT3-Rezeptor der Auslöser für das Krebswachstum zu sein. Dies berichtet eine deutsche Forschergruppe jetzt in Blood (2013; doi: 10.1182/blood-2013-01-476473).

Die AML ist relativ selten. In Deutschland kommt es zu etwa 3.600 Neuerkrankungen im Jahr. Bei etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten liegt eine chromosomale Translokation der sogenannten „core-binding factors“ RUNX1 und CBFB vor. Dies allein führt allerdings noch nicht zum Krebswachstum.

Anzeige

Eine Wissenschaftlergruppe um Philipp Greif von der LMU-München hat deshalb bei den Patienten nach weiteren Mutationen gesucht. Dabei stießen die Forscher auf eine bislang nicht bekannte Mutation im FLT3-Rezeptor. Sechs von 120 Patienten hatten eine bestimmte Genveränderunge an der Position N676, die bislang nicht bekannt war.

Sie erlaubt jetzt eine neue Zuordnung dieser Leukämieform, die sich durch besonders hohe Zellzahlen auszeichnet. Denn andere Mutationen im FLT3-Rezeptor sind bei anderen Formen der AML an der Leukämieentstehung beteiligt. Dort kommen bereits FLT3-Inhibitoren wie Sorafenib zum Einsatz. Die Entdeckung der Mutation öffnet jetzt auch einigen Patienten mit „Core-binding-Factor“-Leukämie diese Therapieoption, schreibt das Team, das die Therapie mit FLT3-Inhibitoren jetzt bei den Patienten erproben will. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Juni 2019
Paris – Von Hochspannungsleitungen geht der französischen Gesundheitsbehörde Anses zufolge ein „mögliches“ Leukämierisiko für Kinder aus. Die Experten raten in einer heute veröffentlichten Analyse
Behörde sieht in Hochspannungsleitungen „mögliches“ Leukämierisiko für Kinder
31. Mai 2019
Houston – Eine Kombinationsbehandlung mit den beiden oral verfügbaren Wirkstoffen Ibrutinib und Venetoclax, die derzeit nur zur Monotherapie der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) eingesetzt
CLL: Kombination aus Ibrutinib und Venetoclax beseitigt Krebszellen aus dem Knochenmark
26. April 2019
Houston – Das Fusionsprotein Tagraxofusp, das gezielt Blutzellen mit dem Rezeptor CD123 abtötet, hat in einer ersten klinischen Studie bei 90 % der Patienten mit blastischer plasmozytoider
Fusionsprotein Tagraxofusp bei seltener Leukämie gut wirksam
14. Januar 2019
Düsseldorf – Haben Kinder, die in der Nähe eines Atomkraftwerkes aufwachsen, ein höhere Risiko, an Leukämie zu erkranken? Das Bundesamt für Strahlenschutz unterstützt jetzt mit mehr als 850.000 Euro
Onkologen untersuchen Zusammenhang zwischen Atomkraftwerken und Leukämierisiko bei Kindern
21. Dezember 2018
Bethesda – Die Chemotherapie, die heute vielen Krebspatienten das Leben rettet, kann Leukämien auslösen. Eine Analyse von US-Krebsregistern in JAMA Oncology (2018; doi: 10.1001/jamaoncol.2018.5625)
Chemotherapie steigert bei den meisten Tumoren das Blutkrebsrisiko
14. Dezember 2018
Köln – Bei akuten Leukämien und myelodysplastischen Syndromen (MDS) besteht in bis zu 10 % der Fälle eine erbliche Prädisposition; diese wird bei Auftreten der hämatologischen Neoplasien im
Familiäre Disposition bei akuten Leukämien häufig verkannt
3. Dezember 2018
Philadelphia und Portland/Oregon – Die CAR-T-Zell-Therapie, die körpereigene Abwehrzellen des Patienten mit gentechnischen Methoden für die Krebsabwehr mobilisiert, kann bei Patienten mit
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER