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Medizin

Ultra­schall-“Pflaster“ heilt venöse Ulzera

Montag, 5. August 2013

Philadelphia – US-amerikanische Bio-Ingenieure wollen die Abheilung des Ulcus cruris mit Ultraschall beschleunigen. Im Journal of the Acoustical Society of America (2013; 134: 1541-1547) stellen sie eine miniaturisierte Ultraschallsonde vor, die die Patienten wie ein Pflaster auf der Wunde platzieren. Die Stromversorgung erfolgt über Batterien.

Die Abheilung eines Ulcus cruris venosum erfordert bekanntlich viel Geduld. Unter den Bedingungen einer chronisch venösen Insuffizienz und der ödematösen Schwellungen vergehen häufig Monate, bis sich die Wunde wieder verschließt. Einige Zentren versuchen mit Hilfe einer Ultraschall-assistierte Wundbehandlung die Abheilung zu fördern.

Die Vibrationen sollen das Débridement, also die Abstoßung abgestorbener Gewebeteile erleichtern und die Wundgranulation fördern. Dieser Überzeugung ist auch Michael Weingarten von Drexel College of Medicine in Philadelphia, dessen Team jetzt erstmals ein Behandlungsgerät entwickelt hat, dass die Patienten mit sich herumtragen können.

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Es besteht aus einem biegsamen Transducer, den die Patienten wie ein Pflaster auf der Wunde applizieren können. Der Transducer ist flach, so dass es unterhalb der Stützstrümpfe Platz hat und mit einem Gewicht von 100 Gramm ist er nicht schwerer als eine Tafel Schokolade, versichert Weingarten. Der Transducer ist über zwei Kabel mit einem Steuergerät und Lithium-Akkus verbunden, die der Patienten bequem am Gürtel tragen kann.

Die Energiestärke des Ultraschall-Pflasters ist begrenzt, doch die jetzt von Weingarten vorgestellten Ergebnisse lassen vermuten, dass mit der niedrigen Ultraschallfrequenz die besten Ergebnisse erzielt werden. In einer ersten Pilotstudie wurden 20 Patienten mit verschiedenen Frequenzen zwischen 20 und 100 Kilohertz behandelt. Die Geräte wurden für 15 bis 45 Minuten angestellt.

Es wurden maximal vier Behandlungen durchgeführt. Die besten Ergebnisse wurden laut Weingarten mit der niedrigsten Sequenz und der kürzesten Behandlungszeit erzielt. Bei allen fünf Teilnehmern dieser Gruppe waren die Ulzera nach vier Wochen abgeheilt, ein signifikant besseres Ergebnis als in der Kontrollgruppe, in der die Patienten nur zum Schein mit Ultraschall behandelt wurden.

In-vitro-Ergebnissen bestätigten die Wirkung des Ultraschalls. Nach der Behandlung mit 20 Kilohertz kam es in Fibroblasten zu einer Steigerung des Stoffwechsels um 32 Prozent und zu einer Zunahme der Zellproliferation um 42 Prozent, berichten die Forscher. Ihnen ist klar, dass aufgrund einer Pilotstudie an wenigen Patienten noch keine sicheren Aussagen möglich sind. Die niedrige Frequenz würde die Therapie jedoch für die Patienten schonender machen, schreiben sie. Die Geräte würden sich kaum aufwärmen und könnten über längere Zeit auf der Wunde getragen werden.

© rme/aerzteblatt.de

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