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Medizin

Lungentrans­plantation: Große Spenderlunge verbessert das Überleben

Dienstag, 6. August 2013

Iowa City – Patienten, die eine Transplantatlunge erhalten, könnten durch Verwendung größerer Lungen einen Überlebensvorteil haben. Das legt eine Studie der University of Iowa nahe. Die Arbeitsgruppe um Michael Eberlein veröffentlichte ihre Ergebnisse in The Annals of Thoracic Surgery (http://dx.doi.org/10.1016/j.athoracsur.2013.04.064 ).

Die Allokation von Spenderlungen erfolgt momentan unter anderem nach Größe und Blutgruppe des Empfängers. Die passende Lungengröße wird beim Empfänger durch Geschlecht und Körpergröße geschätzt. Das Transplantat darf zehn Prozent kleiner oder 20 Prozent größer als die geschätzte Lungenkapazität des Empfängers sein. Da in der Regel mehrere Empfänger infrage kommen, wird die Spenderlungen dem Patienten mit der höchsten Dringlichkeit zugewiesen.

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Die Forscher werteten das Outcome von 6.997 lungentransplantierten Patienten aus, darunter 4.520 Patienten mit einer doppelten Lungen­trans­plan­ta­tion. In einer soge­nannten univariaten Überlebensanalyse zeigte sich bei den doppelt Transplantierten ein Überlebensvorteil durch Transplantation einer mutmaßlich zu großen Lunge. Zehn Prozent Größenabweichung nach oben verringerten das Sterberisiko ein Jahr nach Transplantation um sieben Prozent. Patienten, dessen Transplantat 30 Prozent größer als die geschätzte Lungenkapazität war, hatten sogar eine Reduktion des Sterberisikos um 30 Prozent.

Dieser Zusammenhang war für doppelt Transplantierte auch unter Einbezug von anderen Faktoren wie Alter und Komorbiditäten nachweisbar. In der univariaten Analyse konnten die Wissenschaftler einen ähnlichen  Überlebensvorteil auch für einfach Transplantierte nachweisen. Bei der Betrachtung weiterer Parameter war dieser Zusammenhang für einfach Transplantierte jedoch nicht mehr deutlich.

Die Ergebnisse sprechen laut den Forschern für eine stärkere Berücksichtigung der Lungengröße für die Allokation der Spenderorgane. Weiterhin könne durch eine bessere Größentoleranz der Kreis möglicher Empfänger erweitert werden. So hätten nach Meinung der Wissenschaftler auch Patienten eine Chance auf eine neue Lunge, die nach den momentanen Kriterien nicht berücksichtigt würden. © hil/aerzteblatt.de

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