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Stigmatisierung macht Adipöse krank

Dienstag, 6. August 2013

dpa

Leipzig – Auf die gesellschaftliche Abwertung stark übergewichtiger Menschen haben die Abteilung für Medizinische Psychologie und Soziologie der Universitätsmedizin Leipzig sowie das Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) Adipositas Erkrankungen nach einer gemeinsamen Studie hingewiesen.

„Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat eine negative Meinung von adipösen Menschen. Die Überzeugung herrscht vor, sie seien faul, dumm, disziplinlos und selbst schuld an ihrem Übergewicht“, hieß es aus Leipzig. Die Untersuchung mit 1.158 übergewichtigen und adipösen Studienteilnehmern ab 14 Jahren mittels spezieller Fragebögen sollte beleuchten, wie sich dies auf die Betroffenen auswirkt.

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Es zeigte sich laut den Leipziger Forschern, dass Studienteilnehmer, die diese Stigmatisierung annehmen, weniger Selbstachtung und Selbstvertrauen haben und dass dies vermehrt Ängste und Depressionen nach sich zieht. „Wenn das negative Fremdbild zum Selbstbild wird, benötigen diese Menschen psychotherapeutische Hilfe, um das schädliche Selbststigma zu überwinden. Auch in der Behandlung der Adipositas ist es wichtig, darauf zu achten und es nicht weiter zu vertiefen“, so die Studienleiterin Anja Hilbert.

Sie wies darauf hin, dass in ihrer Studie Adipöse aufgrund des Selbststigmas nicht seltener, sondern häufiger zum Arzt gingen. „Dies scheint auf den als schlechter wahrgenommenen Gesundheitszustand und die Annahme, dass man selbst nicht wirklich etwas verändern kann, zurückzugehen, also auf die sogenannte verminderte Selbstwirksamkeit“, so die Leipziger Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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