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Medizin

Zöliakie: Darmläsionen bestimmen Lymphomrisiko

Dienstag, 6. August 2013

Örebrö – Das Risiko von Lymphomen, eine bekannte Komplikation der Zöliakie, ist möglicherweise nur solange erhöht, wie die gluteninduzierte Enteropathie anhält. Dies zeigen die Ergebnisse einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie in den Annals of Internal Medicine (2013; 159: 169-175).

Bei der klassischen Zöliakie kommt es infolge einer Autoimmunreaktion zu einer Atrophie der Dünndarmschleimhaut. Sie ist für die Verdauungsstörungen verantwortlich. Zu den Folgen der Malabsorption gehören nicht nur Diarrhö und Gewichtsverlust sowie mittel­fristig eine Eisenmangelanämie und Osteoporose.

Es kommt auch zu einer erhöhten Rate von Lymphomen, ohne dass alle Einzelheiten der Pathogenese verstanden werden. Die Veränderungen der Darmschleimhaut dürften nach den jetzigen Erkenntnissen von Jonas Ludvigsson von der Universitätsklinik Örebro eine wichtige Rolle spielen. Der Pädiater hat die Entwicklung von 7.625 Patienten recherchiert, bei denen die Erkrankung zwischen 1969 und 2008 in Schweden diagnostiziert wurde.

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Die Gesamtgruppe der Patienten erkrankte wie erwartet häufiger als der Bevölkerungs­durchschnitt an einem Lymphom. Ludvigsson ermittelte eine standardisierte Inzidenzrate (SIR) von 2,81 (95-Prozent-Konfidenzintervall 2,10-3,67). Die SIR stieg auf 3,78 (2,71-5,12), wenn die Darmläsionen unter der Therapie (die vor allem in der Meidung des Triggers Gluten besteht) nicht abheilten. Konnte indes in einer Biopsie eine Abheilung der Mukosaläsionen belegt werden, war das Lymphomrisiko mit einer SIR von 1,50 (0,77-2,62) nicht mehr signifikant erhöht.

In der gesamten Kohorte gelang es nur in etwa der Hälfte der Fälle, die Enteropathie zur Abheilung zu bringen. Der Grund ist nicht klar, da es keine Möglichkeit gibt, die Adhärenz der Patienten zu prüfen. Hinzu kommt, dass die Glutenvermeidung nicht einfach ist, da sich das Klebereiweiß in vielen Fertigprodukten verbergen kann. Experten gehen mittlerweile davon aus, dass bei einigen Patienten die Schäden an der Dünn­darmschleimhaut auch unter einer Glutenvermeidung anhalten.

Die Studie zeigt laut Ludvigsson, dass sich die Ärzte in der Diagnose nicht auf den Nachweis der Autoantikörper im Blut verlassen sollten. Eine Biopsie sei zur Diagnose notwendig und sollte auch in der Verlaufsbeobachtung erwogen werden. Bei der unkomplizierten Glutensensitivität (ohne Nachweis von Autoantikörpern) liegt in der Regel keine Enteropathie vor und es fehlen die langfristigen Komplikationen der Zöliakie. © rme/aerzteblatt.de

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