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Ausland

Großbritannien: Pauschalkritik an Krankenhäusern in der Diskussion

Donnerstag, 8. August 2013

London – Gegen Globalkritik am britischen Gesundheitswesen hat sich David Spiegelhalter von der University of Cambridge im British Medical Journal (BMJ) ausgesprochen. Konkret wandte sich Spiegelhalter gegen die Darstellung von rund 13.000 Todesfällen bei 14 Krankenhausträgern des National Health Service (NHS Trusts). Medien hatten diese Todesfälle als vermeidbar dargestellt und darin einen Indikator für Qualitätsmängel im NHS gesehen.

Im Februar hatte der britische Premierminister den Medizinischen Direktor des NHS beauftragt, mit dem sogenannten Koegh Report die Behandlungsqualität zu unter­suchen. Vor dem Erscheinen des Berichts hatten die Schlagzeilen von einer großen Zahl vermeidbarer Todesfälle gesprochen.

Laut Spiegelhalter sind die belastenden Statistiken aber fragwürdig. Er weist darauf hin, dass der Vergleich einer statistisch zu erwartenden Zahl von Todesfällen mit einer tat­sächlichen Sterblichkeitsrate dazu geführt habe, dass viele der untersuchten Ein­richtungen über der erwarteten Todesrate lagen. Aber wenn der statistische Erwar­tungswert ein Mittelwert sei, müssten aus mathematischen Gründen viele Einrichtungen über diesem Wert liegen. Der Grund dafür sei die Mathematik der Mittelwert-Berechnung und nicht A-priori-Qualitätsmängel.

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Aber die Presse habe zu großen Teilen entschieden, diese höher als erwartete Sterblichkeitsrate als „vermeidbar“ zu interpretieren. Außerdem weist Spiegelberg daraufhin, dass die Differenz zwischen den erwarteten und den tatsächlichen Todesfällen in den 14 NHS-Trusts der kumulierte Wert über sieben Jahre sei.

In den vergangenen Monaten hat es in Großbritannien immer wieder Diskussionen über Qualitätsmängel in Krankenhäusern gegeben. Besonders das Tameside Hospital in der Nähe von Manchester hatte Schlagzeilen gemacht. Nachdem zwei Untersuchungen des NHS dort gravierende Missstände aufgedeckt hatten, waren die Direktorin und der Ärztliche Leiter Anfang Juli zurückgetreten. © hil/aerzteblatt.de

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