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Medizin

Osteogenesis imperfecta: Orale Bisphosphonate verhindern Knochenbrüche

Mittwoch, 7. August 2013

Sheffield – Die Therapie der Osteogenesis imperfecta mit Bisphosphonaten, die heute in der Regel intravenös erfolgt, kann bei leichten Erkrankungsfällen auch oral durchgeführt werden. In einer randomisierten klinischen Studie im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(13)61091-0) konnte die Zahl der Knochenbrüche deutlich vermindert werden.

Für die Osteogenesis imperfecta, die durch verschiedene genetische Störungen in der Synthese von Typ-1-Kollagen ausgelöst wird, gibt es keine kausale Therapie. Die Aus­wirkungen auf den Knochenstoffwechsel können jedoch durch die Therapie mit Bisphosphonaten abgeschwächt werden. Standard ist eine intravenöse Therapie, die vor 15 Jahren in einer randomisierten Studie die Knochendichte erhöht und die Frakturrate gesenkt hat (NEJM 1998; 339: 947-52).

Die häufigen Infusionen im Abstand von wenigen Monaten sind jedoch für die Kinder beschwerlich. Das Team um Nick Bishop von der Universität Sheffield hat deshalb in einer internationalen Studie untersucht, ob eine orale Therapie mit dem Bisphosphonat Risedronat ebenfalls wirksam ist.

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An weltweit 20 Zentren, darunter die Kinderklinik der Universität zu Köln, wurden 147 Kinder im Alter von 4 bis 15 Jahren mit einer überwiegend milden Form der Osteo­genesis imperfecta auf eine orale Therapie mit Risedronat (2,5 oder 5 mg pro Tag) oder Placebo randomisiert. Primärer Endpunkt war die Knochenmineraldichte in den Lendenwirbeln nach einem Jahr Behandlung.

Hier kam es, wie Bishop jetzt mitteilt, bei 16,3 Prozent der Patienten unter Risedronat zu einer Zunahme. Im Placebo-Arm wurde das Ziel nur von 7,6 Prozent der Patienten erreicht. Die Vorteile in der Knochenmineralisation wirkten sich auch auf die Rate der Knochenbrüche aus, die im ersten Jahr zu 47 Prozent seltener auftraten als im Placebo-Arm. Die Vorteile hatten auch in den folgenden zwei Jahren Bestand, in denen alle Kinder mit Risedronat behandelt worden waren.

Die Therapie kann die Knochenbrüche nicht völlig verhindern. Auch im Risedronat-Arm kam es im ersten Jahr bei jedem dritten Patienten zu einer Knochenfraktur. Die Zahl der gesinterten Wirbelkörper war sogar höher als im Placebo-Arm. Die Frage, ob eine orale Therapie ausreicht, dürfte deshalb weiter offen bleiben. Leider wurde in der Studie versäumt, die orale mit einer intravenösen Therapie zu vergleichen. Da die Studie nur wenige Kinder mit einer schweren Osteogenesis imperfecta einschloss, dürfte die orale Therapie eine Option für die leichteren Verlaufsformen bleiben. © rme/aerzteblatt.de

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