NewsMedizinWarum Schlafmangel dick macht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Warum Schlafmangel dick macht

Mittwoch, 7. August 2013

dpa

Berkeley – Schlafmangel macht hungrig. Nach einer durchwachten Nacht zeigten die Probanden einer Studie in Nature Communications (2013; doi:10.1038/ncomms3259) einen gesteigerten Appetit auf hoch-kalorische Nahrungsmittel und im Gehirn war die Selbstkontrolle ausgeschaltet.

Epidemiologische Studien haben in den letzten Jahren die Zunahme des Körpergewichts in westlichen Ländern immer wieder mit einer Abnahme der Schlafdauer in Verbindung gebracht. Wie sich der Schlafmangel auf den Appetit auswirkt, war jedoch wenig erforscht.

Anzeige

Das Team um Matthew Walker von der Universität von Kalifornien in Berkeley lud deshalb 23 gesunde und nicht übergewichtige Probanden ein, zwei Nächte im Schlaflabor zu verbringen. In der ersten Nacht erhielten sie acht Stunden Schlaf, die zweite Nacht mussten sie durchwachen, wobei sie ihren nächtlichen Hunger mit Äpfeln und Erdnuss­butter-Cracker stillen durften. Am Morgen gab es ein leichtes Frühstück, danach wurden ihnen Bilder von 80 verschiedenen Nahrungsmitteln gezeigt, aus denen sie die leckersten als Belohnung aussuchen sollten.

Nach der durchwachten Nacht zeigten die Teilnehmer eine ausgesprochene Vorliebe für die Speisen, die die meisten Kalorien enthielten. Sie japsten nach Desserts, Schokolade und Kartoffelchips und zwar umso stärker, je müder sie sich fühlten. Laut Walker summierten sich die Verzehrwünsche zu 600 Extra-Kilokalorien. Mit der funktionellen Kernspintomographie registrierte Walker, welche Hirnzentren durch den Anblick der Nahrungsmittel angeregt wurden.

Der fehlende Schlaf brachte im Gehirn vor allem die Corpora amygdaloideum zum „Leuchten“, die für die emotionale Bewertung von Sinneseindrücken zuständig sind. Gleichzeitig wurden die Regionen des Frontalhirns abgeschaltet, die normalerweise die Mandelkerne und andere primitive Hirnstrukturen kontrollieren.

Damit entfielen die Hemmungen, die normalerweise zu einer vernünftigen Wahl der Nahrungsmittel geführt hätten, berichtet Walker, der in Übereinstimmung mit den epidemiologischen Studien dazu rät, eine Diät immer mit ausreichendem Schlaf zu verbinden. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER