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Medizin

Kognition: Kakao verbessert neurovaskuläre Kopplung

Donnerstag, 8. August 2013

dpa

Boston – Ältere Menschen können durch den regelmäßigen Konsum von Kakao möglicherweise ihre kognitiven Leistungen verbessern. In einer experimentellen doppelblinden Studie in Neurology (2013; doi: 10.1212/WNL.0b013e3182a351aa) wurden die deutlichsten Veränderungen bei Probanden erzielt, die die stärksten zerebralsklerotischen Veränderungen aufwiesen.

Die Atherosklerose der Hirnarterien gehört zu den häufigsten Ursachen für kognitive Störungen im Alter. Auch die 60 Senioren, über die Farzaneh Sorond von der Harvard Medical School in Boston berichtet, waren hier vorbelastet: 90 Prozent waren wegen einer arteriellen Hypertonie in Behandlung, 50 Prozent litten an einem Typ 2-Diabetes und 75 Prozent waren übergewichtig oder fettleibig. Bei den meisten lagen damit mehrere Risikofaktoren für eine Zerebralsklerose vor. Bei keinem Patienten war es allerdings bereits zu kognitiven Einschränkungen gekommen.

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Die Probanden tranken während der 30-tägigen Studienphase täglich zwei Tassen heiße Schokolade. Sie hatte bei der einen Hälfte der Probanden einen hohen und bei der anderen Hälfte einen niedrigen Kakao-Gehalt. Vor und nach nach Abschluss der Inter­vention wurden die Probanden kognitiven Tests unterzogen. Gleichzeitig wurde die Fließgeschwindigkeit in der Arteria cerebri media gemessen. Während der kognitiven Tests kommt es infolge des vermehrten Energiebedarfs zu einer Beschleunigung des Blutflusses, was auch als neurovaskuläre Kopplung bezeichnet wird.

Wie Sorond berichtet, gab es zwischen den beiden Gruppen mit hohem und niedrigen Kakao-Gehalt ihres täglichen Getränks keine großen Unterschiede. Eine Verbesserung wurde allerdings in beiden Gruppen bei jenen Probanden gesehen, die bei der Aus­gangs­untersuchung die schwersten Durchblutungsstörungen aufwiesen. Hier kam es zu einem Anstieg der Blutflussgeschwindigkeit um 89 Prozent. Bei den Probanden ohne Vorschädigung der Blutgefäße verbesserte sich die neurovaskuläre Kopplung nur um 36 Prozent.

Bei 24 Teilnehmern waren auch kernspintomographische Aufnahmen des Gehirns angefertigt worden. Dabei wurde die sogenannte fraktionale Anisotropie bestimmt. Sie ist ein Maß für die strukturelle Integrität des Gehirns. Die Untersuchung ergab laut Sorond, dass die Probanden mit der schlechtesten Durchblutung auch die meisten Hirnschäden aufwiesen.

Die Studie bestätigt einmal mehr, dass eine Zerebralsklerose die kognitiven Fähigkeiten einschränken kann. Leider fehlte der Studie eine echte Kontrollgruppe, so dass offen bleibt, welchen Einfluss der Kakao-Gehalt der Getränke auf die Ergebnisse hatte. Unklar bleibt auch, ob kakaohaltige Getränke langfristig einen Einfluss auf das Fortschreiten der Zerebralsklerose haben. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #114761
Simplicissimus
am Donnerstag, 8. August 2013, 22:57

Doppelt blind

"In einer experimentellen doppelblinden Studie ..." Also bitte, diese Studie würde sich sicherlich beschweren, wenn man sie als doppelt blind bezeichnen würde. Es handelt sich doch wohl um eine "Doppelblindstudie".
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