NewsHochschulenCharité: Einhäupl bleibt weitere fünf Jahre Vorstands­vorsitzender
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Charité: Einhäupl bleibt weitere fünf Jahre Vorstands­vorsitzender

Montag, 12. August 2013

Karl Max Einhäupl /dpa

Berlin – Karl Max Einhäupl steht weiterhin an der Spitze der renommierten Berliner Charité. Der Aufsichtsrat des landeseigenen Unternehmens bestätigte heute den 66-jährigen Neurologen für weitere fünf Jahre in seinem Amt. Einhäupl leitet seit dem 1. September 2008 Deutschlands größtes Universitätsklinikum.

Zuvor war der gebürtige Münchner bereits seit 1992 Direktor der Klinik für Neurologie der Charité. Auch Dekanin Annette Grüters-Kieslich und Klinik-Direktor Matthias Scheller wurden für weitere fünf Jahre verpflichtet.

Anzeige

Medienberichte, nach denen Einhäupl nach dem neuen Vertrag die Möglichkeit eingeräumt werden könnte, bereits nach drei Jahren – mit weiterlaufenden Bezügen – auszuscheiden, wurden von der Senatsverwaltung für Wissenschaft als falsch zurückgewiesen.

Die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), zeigte sich nach der Sitzung erfreut über die Kontinuität an der Spitze der Charité. „Herr Einhäupl hat in den zurückliegenden Jahren großes geleistet und wichtige Weichen gestellt. Die Charité ist klinisch und wissenschaftlich ein Aushängeschild der Hauptstadt“, betonte Scheeres.

Einhäupl erklärte mit Blick auf die finanzielle Lage der Charité:“Die schwierige Phase liegt noch vor uns.“ Dazu zählte der Charité-Chef „große Bauprojekte, die Gestaltung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung, Berufungen exzellenter Köpfe nach Berlin und den Ausbau der Industriekooperationen“. Das seien „echte Herausforderungen unter den schwierigen Bedingungen der Krankenhausfinanzierung“, so Einhäupl.

Die weltweit bekannte Universitätsklinik leidet nach Ansicht des Mediziners seit Jahren unter chronischer Unterfinanzierung. Den Sanierungs- und Investitionsstau auch für moderne Großgeräte beziffert Einhäupl auf rund 600 Millionen Euro. Ohne ausreichende Finanzierung werde die Charité ihr wissenschaftliches Niveau nicht halten können, warnte der Professor.

Voraussichtlich reichen die bewilligten 185 Millionen Euro für die Sanierung des maroden Bettenhochhauses nicht aus. Die Charité kann auf die Einnahmen nicht verzichten und baut deshalb bei laufendem Betrieb um. Ende August sollen die ersten Patienten in einen Ausweich-Containerbau umziehen.

Die Klinik muss seit Jahren unter einem rigiden Spardruck arbeiten. Einhäupl übernahm von seinem Vorgänger Detlev Ganten 2008 ein Minus von 56,6 Millionen Euro. Durch Kosteneinsparungen und deutlichen Personalabbau schaffte die Charité

2012 wieder eine schwarze Null in der Bilanz. Ärzte und Pflegepersonal klagen jedoch über anhaltende Unterbesetzung. Derzeit laufen Tarifverhandlungen um mehr Pflegepersonal und bessere Bezahlung. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fehlen rund 300 Vollzeit-Stellen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER