Medizin

Kinder von adipösen Schwangeren sterben früher

Mittwoch, 14. August 2013

Edinburgh – Übergewicht und Fettleibigkeit in der Schwangerschaft können die Gesund­heit des Kindes nachhaltig schädigen. Nach einer Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2013; 347: f4539) haben die Kinder als Erwachsene ein erhöhtes Risiko auf Herzkreislauferkrankungen und einen vorzeitigen Tod.

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Die Adipositas-Welle macht auch bei Schwangeren keine Ausnahme. Nach US-Statis­tiken sind zwei Drittel aller Schwangeren übergewichtig, bei einem Drittel liegt sogar eine Adipositas vor. In Europa dürfte die Situation nicht anders sein. Frühere Studien hatten bereits darauf hingedeutet, dass eine Adipositas der Schwangeren die intrauterinen Lebensbedingungen des Kindes verschlechtert.

Adipöse Schwangere erkranken häufiger an einem Schwangerschaftsdiabetes oder an einer Gestose, und bei der Geburt kommt es häufiger zu Komplikationen. Frühere epidemiologische Studien hatten bereits gezeigt, dass die Kinder von adipösen Schwan­geren häufiger übergewichtig sind und vermehrt kardiovaskuläre Risikofaktoren aufweisen.

Die Endokrinologin Rebecca Reynolds von der Universität Edinburgh vermutete deshalb, dass Kinder adipöser Schwangerer im Erwachsenenalter häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden und vielleicht auch früher sterben. Sie konnte die Hypothese anhand der Aberdeen Maternity and Neonatal Databank prüfen, die in der schottischen Stadt seit 1950 Daten zu allen Schwangeren und ihren Neugeborenen sammelt. Reynolds setzte den Body-Mass-Index von 28.540 Schwangeren mit den Einträgen ihrer 37.709 Kinder in den Krankenhausstatistiken und dem Sterberegister in Verbindung.

Ergebnis: Die Kinder von adipösen Schwangeren (BMI 30 oder höher) hatten ein um 29 Prozent erhöhtes Risiko auf eine Klinikbehandlung wegen einer Herz-Kreislauf-Eerkrankung, und die Sterberate war um 35 Prozent erhöht. Für übergewichtige Schwangere (BMI 25 bis 29,9) wurden ebenfalls eine leicht erhöhte kardiovaskuläre Morbidität und Gesamtmortalität gefunden.

Als Kohortenstudie kann die Untersuchung keine kausalen Zusammenhänge herstellen. Zum einen ist es möglich, dass die Adipositas der Schwangeren nur ein Marker für andere gesundheitliche Benachteiligungen ist, die sich auf das Kind auswirken. Reynolds kann zwar einige andere Ursachen für die schlechteren Startchancen der Kinder wie die soziale Zugehörigekeit der Mutter ausschließen.

Es könnte aber noch andere geben. Zum anderen ist es möglich, dass genetische oder familiäre Faktoren, die zur Adipositas der Mutter geführt haben, sich nach der Geburt auch negativ auf die Gesundheit des Kindes auswirken. © rme/aerzteblatt.de

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