NewsÄrzteschaftAOK Bayerns erprobt die Kapselendoskopie zur Krebsfrüherkennung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

AOK Bayerns erprobt die Kapselendoskopie zur Krebsfrüherkennung

Dienstag, 13. August 2013

München – Eine Kapselendoskopie des Dickdarms zur Krebsfrüherkennung bietet die AOK Bayerns ihren Versicherten in der Region Hof als Alternative zur Darmspiegelung an. Ärztlicher Ansprechpartner ist das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Hochfranken. „Der Patient wird vorab in einem Beratungsgespräch über die beiden Früherkennungsmethoden, Kapselendoskopie und Koloskopie, und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile informiert“, so Marwan Khoury, ärztlicher Leiter des MVZ.

Bei der Untersuchung schlucke er eine Videokapsel mit zwei Kameras, die digital Bilder aus dem Dickdarm nach außen auf einen Rekorder übertrage. „Die Vorteile der sogenannten PillCam gegenüber der herkömmlichen Koloskopie sind unter anderem, dass es eine potenziell nicht belastende Untersuchung ist, sie keine Blutungs- oder Perforationsrisiken birgt und auch keine Narkose oder Ruhigstellung erforderlich ist“, so Khoury. Zudem gebe es kein Hygienerisiko, da es sich um ein Einmalprodukt handle.

Anzeige

Teilnehmen können AOK-Versicherte zwischen 55 und 75 Jahren, deren letzte Vorsorgekoloskopie mindestens zehn Jahre zurückliegt. Außerdem können Versicherte ab dem 45. Lebensjahr teilnehmen, wenn mindestens ein Verwandter ersten Grades an Darmkrebs erkrankt ist oder war.

„Wir erhoffen uns von diesem Modellprojekt vor allem, dass wir mit der zusätzlichen Untersuchungsmethode insgesamt mehr Menschen als bisher motivieren können, die Möglichkeit der Krebsvorsorge zu nutzen“, sagte Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern. Die Kapselendoskopie im Bereich der Dickdarmkrebs-Früherkennung sei eine wichtige innovative Untersuchungsmethode, die sich in zahlreichen Studien bewährt habe.

Die AOK habe die Region Hof für dieses Modellprojekt ausgewählt, weil es hier laut Krebsregister eine deutlich höhere Darmkrebshäufigkeit gibt als im bayerischen Durchschnitt. Insbesondere der Nordosten Bayerns zeige die höchsten Raten. Hinzu komme, dass hier die Teilnahmeraten an der Darmkrebs-Früherkennung niedrig seien. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Juli 2020
Berlin – Die Anzahl der vertragsärztlichen Untersuchungen zur Früherkennungskoloskopie im Rahmen der Darmkrebsvorsorge hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Das teilte das Zentralinstituts für die
Zahl der Früherkennungskoloskopien gestiegen
7. Juli 2020
Köln – Der Nutzen eines Lungenkrebsscreenings mittels einer Niedrigdosis-Computertomografie (Low-Dose-CT) ist für starke Raucher und ehemalige Raucher höher als der Schaden eines solchen Screenings.
Raucher könnten von Screening auf Lungenkrebs profitieren
6. Juli 2020
Köln – Die Studienlage liefert im Augenblick keinen Anhaltspunkt dafür, dass regelmäßige Hodenkrebs-Früherkennungsuntersuchungen für asymptomatische Männer ab 16 Jahren zu besseren
Hodenkrebs: Keine Empfehlung für Screening ab 16 Jahren
18. Juni 2020
Heidelberg – Je niedriger die Zugangshürden sind, desto häufiger nutzen Versicherte Angebote zur Darm­krebs­früh­erken­nung. Das geht aus einer Studie hervor, die Wissenschaftler vom Deutschen
Darmkrebsfrüherkennung: Niedrige Zugangshürden steigern Teilnahmequote
12. Juni 2020
Köln − Bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom hat eine Fusionsbiopsie im Vergleich zur bisher üblichen transrektalen oder transperinealen Ultraschallbiopsie keinen höheren Nutzen oder Schaden. Zu
Prostatakrebs: Kein Anhaltspunkt für höheren Nutzen der Fusionsbiopsie
5. Juni 2020
Alexandria – Eine breite Testung auf Mutationen, die mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert sind, kann zu ungerechtfertigten Operationen führen. So unterzogen sich einige Frauen des
Nach Gentest zu oft die Eierstöcke raus
26. Mai 2020
Warschau −Ein negativer Befund in einer Koloskopie könnte nach den Erfahrungen der polnischen Darmkrebsvorsorge in den Annals of Internal Medicine (2020; DOI: 10.7326/M19-2477) auch über das
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER