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Ausland

Österreichische Post steigt in deutschen Pharmagroßhandel ein

Donnerstag, 15. August 2013

Wien/Düsseldorf – Die Österreichische Post will zusammen mit zwei ehemaligen Celesio-Managern den umkämpften deutschen Pharmagroßhandel aufmischen. Die Post habe sich mit 40 Prozent als Hauptinvestor an der neu gegründeten Firma AEP beteiligt, sagte ein Sprecher der Post am Dienstag und bestätigte damit Berichte des Handelsblatts vom Dienstag und der Apotheker-Zeitung. „Das ist ein sehr interessantes und attraktives Geschäft für uns.“ Die Österreichische Post ist bereits durch ihre Logistiktochter Trans-o-flex im Pharmageschäft engagiert.

Darüber hinaus sind den Berichten zufolge weitere österreichische Firmen sowie Partner der Unternehmensberatung Lexington bei AEP engagiert. Hinter AEP stehen dem Handelsblatt zufolge die früheren Celesio-Manager Markus Eckermann und Jens Graefe.

Sie wollen sich mit besonders schlanken Strukturen im von Rabatten und schwindenden Margen gebeutelten Pharmagroßhandel aufstellen und die Apotheken zum Beispiel nur von einem einzigen Zentrallager aus bedienen. Laut Apotheker-Zeitung will AEP auch nur einmal am Tag und nicht – wie sonst üblich – zwei bis drei Mal täglich ausliefern.

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AEP kalkuliert mit Rabatten, bei denen die Etablierten nicht mehr mithalten könnten, ohne noch größere Verluste zu schreiben, sagte Graefe dem Handelsblatt. „Unser Modell funktioniert, auch wenn der Rabattkrieg auf dem aktuellen Niveau weitergeht“, sagte der ehemalige Celesio-Manager. Preisnachlässe will AEP allen Apotheken gewähren und nicht wie die etablierten Konkurrenten nur abhängig vom Umsatz.

Zu den großen europäischen Anbietern in dem Markt zählt neben Celesio und dem britischen Unternehmen Alliance Boots auch die Mannheimer Phoenix-Gruppe.

Alle an AEP beteiligten Parteien wiesen Erfahrung im Pharmagroßhandelsgeschäft auf, schrieb DZ-Bank-Analyst Thomas Maul in einer Analyse. Deswegen sei es umso erstaunlicher, dass sie einen Markteintritt in den extrem wettbewerbsintensiven und wenig profitablen deutschen Markt planten. Es könnte sich als schwierig für AEP erweisen, mit nur einer Lieferung pro Tag einen bedeutenden Marktanteil aufzubauen. Er rechnet mit keinen großen Veränderungen im deutschen Markt für Pharmagroßhandel.

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur dpa-AFX, die beiden ehemaligen Celesio-Mitarbeiter arbeiteten schon seit längerem an dem neuen Konzept. Jens Graefe war unter dem ehemaligen Celesio-Chef Fritz Oesterle für Übernahmen und Fusionen zuständig. Markus Eckermann war Vertriebschef von Gehe und später verantwortlich für das Retail-Geschäft von DocMorris. Der neue Pharmagroßhändler AEP sei vor allem für kleinere Apotheken interessant. Diese erhielten in der Regel vor allem auf dem Land geringe Vergünstigungen von den Pharmagroßhändlern.

© dpa/aerzteblatt.de

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