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Politik

Arbeitgeberverband Pflege fordert realistische Lösungen statt größerer Reformen

Mittwoch, 14. August 2013

Berlin – Der Präsident des Arbeitgeberverband Pflege, Thomas Greiner, kritisierte heute in Berlin, dass etliche Interessengruppen, Parteien und Berufsverbände angesichts des sich drastisch verschärfenden Personalmangels in der Pflege immer vehementer umfangreiche Reformen forderten. Vernünftige Ansätze für eine zügige Problemlösung blieben dabei jedoch ausgespart. „Statt derzeit nicht finanzierbare Reformen zu fordern, sollte die gesamte Pflegewirtschaft gemeinsam mit der Landes- und Bundespolitik realistisch das Mögliche zügig umsetzen“, sagte Greiner.

Kritik äußerte Greiner auch der bisherigen Umsetzung der „Ausbildungs- und Quali­fizierungsoffensive in der Altenpflege“, auf die sich Bund, Landesregierungen und Pflegeverbände Ende 2012 verständigt hatten. Die angesteuerten Wege würden aufgrund von Kommunikationsmangel zwischen Bund und Ländern zu nichts führen, erklärte er.  „Wenn die Umsetzung dieser Vereinbarung nicht durch Behörden-Trägheit verschleppt würde, wäre der Fachkräftemangel nicht mehr so groß“, ist Greiner überzeugt.

Als schnell umsetzbare Eckpunkte schlägt der Arbeitgeberverband Pflege zwei Ansätze vor: Zum einen sieht er eine kurz- und mittelfristige Lösung in der Fortbildung von Pflegehilfskräften, die länger als drei Jahre in der Altenpflege tätig sind, zu Fachkräften. Durch ein verkürztes Qualifizierungsverfahren zur Prüfungsreife des Fachabschlusses könnten so innerhalb von 15 Monaten  zusätzlich 25.000 Pflegefachkräfte zur Verfügung stehen.  Die Finanzierung könnte über die Bundesagentur für Arbeit stattfinden.

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„Zweitens wollen wir die Zahl der Demenzpflegekräfte verdoppeln“, erklärte Greiner.  Dadurch sollen die Pflegefachkräfte entlastet werden und somit die Kranken optimaler versorgt werden. Die Bezahlung müsse nach dem Tarifvertrag „Mindestlohn in der Pflege“ erfolgen, fordert der Verband. Die Bundesregierung soll für dieses Projekt 500 Millionen Euro bereitstellen.

Der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Pflege, Helmut Braun, stellte zudem eine langfristige Lösung vor: Arbeitskräfte aus dem Ausland. „Dazu muss jedoch die Qualifizierung der ausländischen Pflegekräfte ohne wenn und aber anerkannt werden“, so Braun. Deutschland brauche mehr einheitliche Anerkennungsstellen, um die immensen Bearbeitungszeiten zu verkürzen.

Durch die Errichtung einer zentralen Anerkennungsstelle für Fachkräfte aus EU- und Nicht-EU-Staaten könnten bundeseinheitliche Anerkennungsregeln verabschiedet werden, meint Braun.  Fachkräfte aus dem Ausland müssten somit nicht den komplizierten Weg über die einzelnen Anerkennungsstellen der Bundesländer nehmen.

Ab Ende dieses Jahres sollen Braun zufolge beispielsweise die ersten von insgesamt 150 chinesischen Pflegefachkräften in Deutschland ihre Arbeit aufnehmen. Die qualifizierte Zuwanderung sei jedoch nicht die Lösung aller Fachkraftprobleme, lediglich eine Weichenstellung, erklärt Braun. © LB/aerzteblatt.de

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