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Medizin

Straßenverkehr: ADHS erhöht Unsicherheit im Fahrsimulator

Dienstag, 13. August 2013

Cincinnati – Patienten mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sind möglicherweise unsichere Autofahrer. In einer Studie in JAMA Pediatrics (2013; doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.322) zeigten die Patienten im Fahrsimulator schlechtere Fahrleistungen als gesunde Jugendliche – insbesondere wenn sie durch Telefonate oder eine SMS abgelenkt wurden.

Das Risiko, einen Unfall zu verursachen, ist bei jungen Erwachsenen in den ersten Jahren nach dem Erwerb des Führerscheins deutlich erhöht. Eine häufige Ursache für Unfälle sind Telefonate, die die Aufmerksamkeit der unerfahrenen Fahrer leicht ablenken. Besonders gefährlich wird es, wenn die Novizen während der Fahrt eine SMS lesen oder sogar schreiben („texting“).

Megan Narad vom Cincinnati Children’s Hospital Medical Center und Mitarbeiter haben die Auswirkungen der beiden Ablenkungen (Handytelefonat, Texting) jetzt bei 61 Jugendlichen untersucht, darunter 28 Patienten mit ADHS. Die Jugendlichen waren zwischen 16 und 17 Jahre alt und erst seit kurzem im Besitz eines Führerscheins.

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Am Fahrsimulator mussten sie sich über 40 Minuten in einem virtuellen Straßenverkehr behaupten. Die ersten zehn Minuten wurden sie nicht abgelenkt, später erhielten sie einmal einen Anruf über ihr Handy oder es wurde ihnen eine SMS zugeschickt, die sie beantworten mussten. Beide Male kam es zu einer Verlangsamung der Fahrt­geschwin­digkeit sowie zu einer Verlängerung der Reaktionszeit bei unvorhersehbaren Hinder­nissen. In der Reaktionszeit gab es keine Unterschiede zwischen den Jugendlichen mit oder ohne ADHS.

Die ADHS-Patienten reagierten im nicht-abgelenkten Zustand sogar minimal schneller. Doch sowohl das Handy-Telefonat als auch die SMS hatten bei ihnen eine größere Auswirkung auf die Verkehrssicherheit. Dies machte sich vor allem bei den Abweichun­gen der Fahrgeschwindigkeit bemerkbar sowie in seitlichen Auslenkungen des Fahrzeugs. „Unfälle“ verursachten die ADHS-Patienten am Fahrsimulator jedoch nicht häufiger als die Jugendlichen ohne AHDS. Diese wurden durch Handytelefonat und Texting ebenfalls abgelenkt, wenn auch weniger stark als die Patienten mit ADHS.

© rme/aerzteblatt.de

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