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Medizin

Fischmahlzeiten senken Rheumarisiko

Dienstag, 13. August 2013

dpa

Stockholm – Schwedinnen mit dem höchsten Fischverzehr erkrankten in einer Kohortenstudie in den Annals of the Rheumatic Diseases (2013; doi: 10.1136/annrheumdis-2013-203338) am seltensten an rheumatoider Arthritis. Die Forscher führen dies auf die antientzündlichen Wirkungen der mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) zurück, die in einigen Fischen in hohen Konzentrationen enthalten sind.

Im Rahmen der Swedish Mammography Cohort hatten mehr als 32.000 Frauen im Jahr 1987 einen Fragebogen zu ihrer Ernährung erhalten. Zehn Jahre später wurden sie erneut befragt. Bei den meisten hatten sich die Verzehrgewohnheiten nicht geändert. Aus den Antworten konnte das Team um Alice Wolk vom Karolinska Institut in Stockholm die Zufuhr an langkettigen n-3 PUFA berechnen und mit den Neuerkrankungen einer rheumatoiden Arthritis in Beziehung setzen, zu denen es in den Folgejahren kam.

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Langkettige PUFA, auch als Omega-3-Fettsäuren bekannt, sind vor allem in fettigen Fischen wie Lachs, Forelle, Hering und Makrele enthalten, während die Menge in Kabeljau, Pollack und anderen mageren Fischen (die auch zu Fischstäbchen verarbeitet werden) deutlich geringer ist.

Ergebnis: Frauen, die im Durchschnitt mehr als 0,21 Gramm langkettige n-3 PUFA pro Tag verzehrten (entspricht dem Verzehr von einem fetten oder vier mageren Fischen in der Woche), erkrankten zu 52 Prozent seltener an einer rheumatoiden Arthritis (95-Prozent-Konfidenzintervall 29 bis 67 Prozent).

Bei dieser Berechnung wurde bereits berücksichtigt, dass Frauen mit dem niedrigsten Fischkonsum am häufigsten rauchten. Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für die rheumatoide Arthritis. Auch andere mögliche Verzerrungen wie Alkoholkonsum (ebenfalls ein Rheumarisikofaktor) oder die Einnahme von ASS (das eine Rheumadiagnose verzögern könnte) wurden ebenfalls berücksichtigt.

Da in epidemiologischen Studien aber niemals ausgeschlossen werden kann, dass keine relevanten „Bias“ übersehen wurden, sind die Ergebnisse von Wolk mit den üblichen Einschränkungen von epidemiologischen Studien verbunden. Die einzige frühere prospektive Studie hatte denn auch keine protektive Wirkung für einen vermehrten Fischkonsum gefunden, während die Ergebnisse von Fall-Kontrollstudien uneinheitlich waren. In einigen war das Risiko erhöht, in anderen nicht.

Eine protektive Wirkung von n-3 PUFA könnte, so sie denn vorhanden ist, über eine antientzündliche Wirkung von n-3 PUFA zustande kommen. In diesem Fall würden die n-3 PUFA allerdings kaum in die Ätiologie der Rheumatoiden Arthritis eingreifen, die zu den Autoimmunerkrankungen gehört. Wahrscheinlicher wäre, dass eine antientzündliche Wirkung von n-3 PUFA die Manifestation der Erkrankung hinauszögert oder bei leichten Verlaufsformen unterdrückt. © rme/aerzteblatt.de

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