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Ärzteschaft

Regressgefahr bei Rheumatologen besonders hoch

Donnerstag, 15. August 2013

Mannheim/Heidelberg – Die Gefahr, für die Verordnung von Arzneimitteln in Regress genommen zu werden, ist für Rheumatologen besonders hoch. Der Grund: Viele der mehr als 200 rheumatisch entzündlichen Erkrankungen sind so selten, dass dafür keine Medikamente zugelassen sind.

„Bei diesen seltenen Erkrankungen müssen wir mehr als die Hälfte der Patienten im Off-label-Bereich therapieren. Vor allem neue Medikamente wollen wir diesen Patienten nicht vorenthalten, wenn keine alternative Therapie zur Verfügung steht“, erläutert Hanns-Martin Lorenz vom Universitätsklinikum Heidelberg und Tagungspräsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

Auch für viele Kinder sei die Off-label-Therapie die einzige Möglichkeit, so Jürgen Grulich-Henn, Tagungspräsident der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie, vom Universitätsklinikum Heidelberg. Besonders brisant ist nach seinen Angaben die Situation bei jungen Rheuma-Patienten mit einer Entzündung der Augenhaut.

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Die sogenannte Uveitis kann bis zur Erblindung führen. Zwar erziele die Behandlung mit Basistherapeutika wie Methotrexat oder TNF-alpha-Blockern sehr gute Ergebnisse. Im Kindesalter sei jedoch kein einziges dieser Medikamente zugelassen.

„Dieses Beispiel macht deutlich, dass ein striktes Verschreiben von Medikamenten rein im Zulassungsgebiet gerade in der Rheumatologie fatale Folgen für die Patienten haben kann und daher völlig unrealistisch ist“, so Lorenz. Er beklagt außerdem, dass die Rechtslage zum Thema Off-label-Verschreibung trotz einiger Urteile nach wie vor unklar sei. © hil/aerzteblatt.de

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