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Medizin

Diabetes: Mittelmeerdiät behebt genetisches Schlaganfallrisiko

Mittwoch, 14. August 2013

dpa

Madrid – Der Einfluss der Gene auf das Diabetesrisiko kann durch eine gesunde Ernährung wett gemacht werden. In einer randomisierten Studie in Diabetes Care (2013; doi: 10.2337/dc13-0955) konnte eine Mittelmeerdiät sogar die Diabetesspätfolge Schlaganfall verhindern.

Der Typ 2-Diabetes ist eine ernährungsbedingte Erkrankung mit deutlichen genetischen Einflüssen. Nicht alle Menschen, die zu viel essen und sich zu wenig bewegen, entwickeln eine Insulinresistenz. Bei den anderen erscheint eine Erkrankung fast unvermeidbar zu sein. Die verantwortlichen Gene sind erst teilweise bekannt.

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Zu den derzeit wichtigsten Risikogenen gehört eine Variante im TCF7L2-Gen (für Transcription Factor 7-Like 2). Auch in der „Prevencion con Dieta Mediterranea“ oder PREDIMED-Studie, die als eine der ersten randomisierten Studien den Einfluss der Mittelmeerdiät auf die Gesundheit untersucht hat, litten Teilnehmer, die homozygot auf das Genmerkmal „rs7903146“ waren, zu 87 Prozent häufiger an einem Typ 2-Diabetes.

Die Blutzucker-Werte der Merkmalsträger, die zu Beginn der Studie noch erhöht waren, besserten sich allerdings im Verlauf der fast fünfjährigen Studie, wenn sich die Teilnehmer an die Vorgaben der Mittelmeerdiät hielten und reichlich Olivenöl, Fische sowie komplexe Kohlenhydrate verzehrten. Wie Dolores Corella vom spanischen Forschungsinstitut CIBER und Mitarbeiter berichten, hatten die durch das Gen benachteiligten Teilnehmer dann die gleichen Blutzuckerwerte wie andere Teilnehmer, die die Mittelmeerdiät einhielten.

Ähnlich positive Auswirkungen wurden auch für die Lipidparameter (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyzeride) gefunden. Im Kontroll-Arm der Studie, in der die Teilnehmer eine fettarme Diät einhalten sollten, hatten die Träger des Risikogens dagegen durchweg höhere Blutzuckerwerte.

Corella kann sogar einen günstigen Einfluss der Diät auf das Schlaganfallrisiko nachweisen. Diese Diabetesspätkomplikation trat bei den genetisch benachteiligten Teilnehmern in der Kontrollgruppe fast dreimal häufiger auf als bei Teilnehmern ohne Risikogen. Unter der Mittelmeerdiät war dagegen kein Anstieg des Schlaganfallrisikos erkennbar.

Die gesunde Ernährung konnte die genetischen Nachteile vollständig kompensieren, schreibt Corella. Wie die protektive Wirkung zustande kommt ist nicht bekannt. Die Studie bestätigt die Ansicht vieler Diabetologen, die zwar eine deutliche genetische Komponente des Typ 2-Diabetes in der Ätiologie der Erkrankung sehen, aber auch darauf hinweisen, dass es ohne eine Fehlernährung niemals zur Erkrankung kommt. In Zeiten des Nahrungsmangels, wie in Deutschland zuletzt nach dem zweiten Weltkrieg, gebe es den Typ 2-Diabetes praktisch nicht.

© rme/aerzteblatt.de

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