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Ausland

Brasilien: Ausländische Mediziner gegen Ärztemangel

Freitag, 16. August 2013

Sao Paulo – Brasiliens Regierung stellt zusätzlich 358 ausländische Ärzte für das staat­liche Gesundheitssystem ein. Sie sollen einem Medizinermangel in einigen Regio­nen des Landes entgegenwirken, wie brasilianische Zeitungen gestern berichteten. Für das Programm „Mais Medicos“ (Mehr Ärzte) hatten sich nicht genügend einheimische Ärzte beworben. Der Einsatz ausländischer Mediziner war vorab bei Ärzteverbänden auf Kritik gestoßen.

In Reaktion auf Sozialproteste im Juni hatte die Regierung von Staatspräsidentin Dilma Rousseff im Juli angekündigt, bis Mitte September 10.000 Ärzte in unterversorgte Regionen zu entsenden. In einer ersten Anwerbungsphase meldeten sich allerdings deutlich weniger Kandidaten als erwartet. So wurden bislang nur 1.618 Ärzte ange­nommen, einschließlich der ausländischen Fachkräfte. Städte und Landkreise zeigten der Regierung einen Bedarf von 15.460 Ärzten in 3.511 Kommunalverwaltungen an.

Das öffentliche Gesundheitssystem in Brasilien hat generell Schwierigkeiten, Fach­personal zu finden. Privatkliniken in den Großstädten zahlen ein Vielfaches des Gehalts staatlicher Einrichtungen. Die geplante Anwerbung ausländischer Mediziner stieß auf Einwände von Ärzte­verbänden und Gesundheitsexperten. Diese fürchten das Fehlen von fachlichen und sprachlichen Qualifikationen bei den Bewerbern. Die Regierung solle stattdessen stärker in die Ausbildung brasilianischer Ärzte investieren, forderten die Kritiker. © kna/aerzteblatt.de

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