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Qualitätsmängel im englischen Gesundheitswesen: Lancet kritisiert britische Politik scharf

Freitag, 16. August 2013

London – Die Zeitschrift Lancet (doi:10.1016/S0140-6736(13)61729-8) übt in ihrem aktuellen Editorial scharfe Kritik an der britischen Gesundheitspolitik und ihrem Umgang mit dem National Health Service (NHS). Hauptkritikpunkt ist, dass die Politik den Umbau des NHS nach rein ökonomischen Gesichtspunkten betreibe und versuche, das System wie eine marode Bank zu sanieren.

Schlagworte wie „Rettungsschirm“ und „Kostenreduktion“ seien daher zentrale Begriffe des Umbaus. „Dieser Standpunkt ist eine zynische und gleichzeitig gerissene Strategie, mit der die Regierung alle Verantwortung für ein Gesundheitswesen von sich weist, in dessen Zentrum Patientensicherheit und -schutz stehen sollte“, heißt es im Editorial.

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Die Autoren kritisieren, dass der Umbau des NHS die Verantwortlichkeiten im Gesund­heitswesen so zersplittert habe, dass niemand mehr recht wisse, wer wofür verantwortlich sei: „The exact responsibilities are at best complex, not easily understood, and at worst deliberately obfuscated“, schreiben sie.

Brian Jarman vom Imperial College Faculty of Medicine in London weist in einem Kommentar in derselben Ausgabe des Lancet (doi:10.1016/S0140-6736(13)61726-2) daraufhin, dass es trotz aller Veränderungen im NHS keine offizielle Stelle gebe, die sich um eine schlechte Versorgung kümmere. Er drängt die Politik in seinem Beitrag zu Reformen, um die Versorgungsqualität zu verbessern.

Ein Vorschlag Jarmans ist, ein unabhängiges Patientenbewertungs- beziehungsweise -beschwerdemanagement aufzubauen. Ein solches habe bereits existiert, sei aber 2004 abgeschafft worden. In den vergangenen zehn Jahren seien im NHS Patienteninteressen ignoriert worden, die Kontrollmechanismen hätten versagt „and there has been a cultural of denial“, so Jarman. © hil/aerzteblatt.de

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