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Medizin

Anämie: Weniger Bluttransfusionen nach intravenöser Eisentherapie

Freitag, 16. August 2013

Perth – Eine intravenöse Eisentherapie kann den Hämoglobinwert im Blut deutlich steigern. Nach den Ergebnissen einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2013; 347: f4822) könnte die intravenöse Eisentherapie, vor allem wenn sie mit der Gabe von Erythropoese-stimulierenden Substanzen (ESA) kombiniert wird, viele Bluttransfusionen unnötig machen. Ein Nachteil könnte in einer erhöhten Rate von Infektionen bestehen.

Eine orale Substitution erzielt bei vielen Formen der Eisenmangelanämie nur eine schwache Wirkung, da die Eisenresorption über den Darm häufig gering ist, vor allem wenn weitere Grunderkrankungen vorliegen. Eine intravenöse Eisentherapie umgeht diese Schwierigkeiten und bei neuen Präparaten ist die Gefahr von anaphylaktischen Reaktionen deutlich vermindert, schreibt Edward Litton vom Royal Perth Hospital, der die Wirkungen der intravenösen Eisentherapie in einer Meta-Analyse aus insgesamt 75 Studien zusammengefasst hat.

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In den Studien führte die intravenöse Eisentherapie zu einem Anstieg des Hämoglobins um 6,5 g/l (95-Prozent-Konfidenzintervall 5,1-7,9 g/l), was zu einem Rückgang in der Notwendigkeit von Bluttransfusionen um 26 Prozent geführt hat (Risikorate 0,74; 0,62-0,88). Am besten war die Wirkung bei Patienten mit niedrigen Ferritin-Werten oder wenn die Patienten zusätzlich mit ESA behandelt wurden.

Zu den Risiken der intravenösen Eisentherapie zählt eine erhöhte Infektionsrate, die nach den Berechnungen von Litton um 33 Prozent ansteigt (relatives Risiko 1,33, 1,10-1,64). Der Grund ist nicht ganz klar und Litton hält einen Zufallsbefund für möglich. Viele Bakterien benötigen aber Eisen als Spurenelement, und in-vitro-Studien haben gezeigt, dass Eisen das Wachstum von Bakterien fördert. Insgesamt sieht Litton einen Forschungsbedarf, da eine Meta-Analyse gut geplante randomisierte klinische Studien zu dieser Fragestellung nicht vollständig ersetzen kann. © rme/aerzteblatt.de

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