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Medizin

Dauerhafte Nervenschäden durch Fluorochinolone

Freitag, 16. August 2013

Rockville – Unter der Einnahme von Antibiotika aus der Gruppe der Fluorochinolone kann es zu einer peripheren Neuropathie kommen. Die Komplikation kann sowohl nach einer oralen wie intravenösen Therapie schon nach wenigen Tagen auftreten und bei einigen Patienten noch länger als ein Jahr nach Absetzen der Therapie anhalten, schreibt die US-Arzneibehörde FDA in einer Drug Safety Communication.

Fluorochinolone gehören (auch in Deutschland) zu den am häufigsten eingesetzten Antibiotika. Das Risiko einer Polyneuropathie ist bekannt und seit 2004 Bestandteil der US-Fachinformation. Der deutsche Beipackzettel erwähnt die Komplikation im Abschnitt „4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“. US-Ärzte scheinen den Warnhinweis jedoch nicht immer ernst zu nehmen, was sich immer wieder in Meldungen zum AERS-Register der FDA bemerkbar macht, das unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) von Medikamenten sammelt.

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Auffällig ist laut FDA, dass die Komplikation, deren Häufigkeit nicht bekannt ist, oft schon nach wenigen Tagen Therapie auftritt, nach dem Absetzen aber über ein Jahr oder länger anhalten kann. Der FDA werden offenbar immer wieder Fälle berichtet, in denen die Ärzte die Fluorochinolone nicht sofort abgesetzt haben (um auf andere Antibiotika auszuweichen), obwohl dies in den Fachinformationen gefordert wird.

Die US-Fachinformationen sollen deshalb in diesem Punkt künftig klarer formuliert werden. Zu den Aufgaben der Ärzte gehört es auch, die Patienten auf die Nebenwirkung hinzuweisen, die sich durch neurologische Symptome wie Schmerz, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl, Muskelschwäche oder Veränderungen der Empfindlichkeit bei leichten Berührungen, Schmerzen oder Temperaturwechsel bemerkbar macht. © rme/aerzteblatt.de

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